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Kelvin van der Linde holt sich am Sonntag den Sieg

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Für die DTM stehen vom 22. bis 24. Mai die Läufe fünf und sechs auf dem Programm. Nach der Bergkulisse in Spielberg folgt die niederländische Küste – die DTM startet auf dem legendären Dünenkurs in Zandvoort. Der Circuit Zandvoort mit seiner Länge von 4,259 Kilometer und seinen zehn Rechts- und vier Linkskurven begeistert nicht nur mit seiner einmaligen Kulisse, sondern verspricht auch sportliche Hochspannung.

Der aktuelle Spitzenreiter Maro Engel (Winward Racing) kommt nach seinem Sieg beim ADAC Ravenol 24h Nürburgring am vergangenen Wochenende mit Rückenwind an den Formel-1-Kurs. Er will dort die Tabellenführung, diese führt er mit 44 Zähler an gegen seinen Mercedes-AMG-Markenkollegen Lucas Auer (Team Landgraf, 37 Punkte) sowie BMW-Pilot Marco Wittmann (Schubert Motorsport, 31 Punkte) verteidigen. Letzterer konnte bereits zwei Läufe hier in Zandvoort gewinnen. Der DTM-Auftakt in Österreich stand für Maro Engel und seinen Markenkollegen Lucas Auer unter einem guten Stern.

Die Mercedes-AMG-Piloten überzeugten in beiden Rennen mit Podiumsplätzen, Maro Engel konnte zudem den Sonntagslauf für sich entscheiden und möchte diese Serie in den Niederlanden fortsetzen. Ein besonderes Highlight ist es für Lokalmatador Thierry Vermeulen (Emil Frey Racing), der in Venlo geboren ist und nun im Ferrari 296 GT3 Evo sein Heimspiel bestreitet. Doch die technisch schwierige Strecke hat ihre Herausforderungen, wie der 23-Jährige weiß.

Maro Engel (Winward Racing): „Mein Sieg 2023 in Zandvoort war mein erster Erfolg in der GT3-Ära der DTM. Wenn du ganz oben stehst, sind das ganz besondere Momente, auf die man mit Stolz zurückblickt und die man gern wiederholen möchte.“

Marco Wittmann (Schubert Motorsport): „Zandvoort ist einfach eine coole Strecke mit der tollen Kulisse in den Dünen und dem besonderen Strand-Feeling. Ich fahre dort sehr gern. BMW war in Zandvoort immer stark, der Kurs liegt uns und wir wollen an das gute Event in Spielberg anknüpfen.”

Thierry Vermeulen (Emil Frey Racing): „Zandvoort hat einen echten Old-School-Charakter. Die Strecke ist sehr wellig, hat viele Kuppen, große Höhenunterschiede und Kiesbetten statt Asphalt-Auslaufzonen. Man muss vor allem im Qualifying sehr präzise fahren, denn Fehler werden nicht verziehen. In den Banking-Kurven kann man verschiedene Linien wählen, hier rechne ich mit spektakulären Duellen. Ich kann es kaum erwarten, in Zandvoort an den Start zu gehen, und hoffe, dass mich und meinen Ferrari zahlreiche Fans in der Box besuchen.“


Bevor das erst freie Training unter die Räder genommen wurde hatten die Sportkommissare folgende Entscheidung herausgegeben: Marco Mapelli erhielt eine 1.000 Euro Geldstrafe und Drivethrough beim nächsten DTM-Rennen wegen Verstoß gegen das Test-Reglement im Vorfeld der Veranstaltung in Zandvoort. Die Drivethrough-Strafe wird für die ganze Saison zur Bewährung ausgesetzt. (Fahraktivitäten auf einer DTM-Rennstrecke ohne Nutzung von DTM-Reifen wurden erst während der Durchführung des Tests im offiziellen Testportal angemeldet.)

Für die Piloten der DTM stand das erste freie Training am Freitag von 12.00 Uhr bis 12.55 Uhr auf dem Zeitplan. Diese Session fand bei schönstem Wetter statt. Zunächst wechselten wie immer die Positionen. Am Ende dieser 55 Minuten war Matteo Cairoli (Emil Frey Racing) mit seinem Ferrari 296 GT3 EVO mit einer Zeit von 1:34,289 Minuten und 17 gefahrenen Runden der beste Fahrer im Feld. Mit einem Rückstand von 0,232 Sekunden hatte Ben Dörr (Dörr Motorsport) mit seinem McLaren 720S GT3 Evo Platz zwei eingenommen, gefolgt von dem Porsche 911 GT3 R (992) Piloten Thomas Preining (Manthey). Der Tabellenführer und Sieger des 24h Rennens vom Nürburgring Maro Engel (Winward Racing) musste sich zunächst mit seinem Mercedes-AMG GT3 EVO mit Platz zehn zufrieden geben. Lucas Auer (Team Landgraf) war der schnellste Mercedes Pilot und nahm Rang vier ein. Direkt hinter ihm hatte sich der zweite Ferrari Fahrer Thierry Vermeulen (Emil Frey Racing) platziert. Der Drittplatzierte in der Meisterschaft Marco Wittmann (Schubert Motorsport) wurde mit seinem BMW M4 GT3 Evo als Dreizehnter gewertet.


Am Freitagnachmittag ging es dann erneut auf die Strecke. Diesmal stand das zweite freie Training auf dem Programm. Gegenüber morgens wurden die Zeiten schneller. Nach 22 Minuten wurde das Training zum ersten Mal mit der roten Flagge unterbrochen, wegen Öl auf der Strecke. Um 16.49 Uhr konnte die Session wieder aufgenommen werden. Acht Minuten später musste das Training erneut mit der roten Flagge unterbrochen werden. Diesmal wegen eines Zeitnahmefehlers. Um 17.00 Uhr erfolgte dann der Re-Start. Es waren jetzt noch dreizehn Minuten Restfahrzeit. Wiederum ging kein Weg an Matteo Cairoli vorbei. Mit einer Zeit von 1:33,803 Minuten und 15 gefahrenen Runden war er wieder der Schnellste, gefolgt von Ben Dörr und Thomas Preining Maro Engel hatte sich verbessern können und wurde als Sechster gewertet. Hingegen mussten sich Lucas Auer und Marco Wittmann mit den Plätzen sieben und 19 zufrieden geben.

Matteo Cairoli (Emil Frey Racing): „Ich komme immer gerne nach Zandvoort, die Strecke ist einfach großartig. Das Fahrzeug fühlt sich deutlich besser an als beim Auftakt. Vor allem bei der Balance haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht. Das stimmt mich positiv fürs Wochenende. Wir wollen in beiden Rennen möglichst weit vorne starten, dann ist vielleicht sogar ein Podiumsplatz drin.“

Ben Dörr (Dörr Motorsport): „Unser Fokus lag im Freien Training weniger auf Experimenten am Setup, sondern ganz klar auf viel Fahrzeit. Hinten raus bin ich mit frischen Reifen mehrere schnelle Runden gefahren, um mich bestmöglich auf das Qualifying vorzubereiten. Ich fühle mich gut gerüstet fürs Wochenende und bin optimistisch, dass wir vorne mitmischen können.“


Die Piloten machten sich bei sommerlichen Temperaturen am Samstagmorgen um 9.45 Uhr bereit, ihr erstes Zeittraining über zwanzig Minuten unter die Räder nehmen. Dieses wurde bereits nach zwei Minuten mit der roten Flagge unterbrochen, da Flüssigkeit in Sektor 2 auf der Strecke war. Kelvin van der Linde stand unter Beobachtung wegen Verursachens einer roten Flagge im Qualifying. Im nachhinein wurde ihm die Bestzeit im Qualifying gestrichen wegen Verursachens der roten Flagge. Der Re-Start erfolgte dann um 10.15 Uhr. Auch Mirko Bortolotti stand unter Beobachtung wegen unnötigen Langsamfahrens im letzten Sektor und Behinderung von Thomas Preining. Es wurde keine Strafe verhängt.

Die Zeiten wurden gegenüber den Sitzungen am Freitag nochmals schneller. Am Ende ging erneut kein Weg an dem Italiener Matteo Cairoli vorbei. Er hatte nach sechs Runden mit einer Zeit von 1:32,974 Minuten die Pole Position nach Hause gefahren. Mit einem Rückstand von 0,171 Sekunden wird der Niederländer Thierry Vermeulen von Rang zwei ins Rennen gehen, gefolgt von dem Österreicher Lucas Auer. Damit stehen direkt zwei Ferrari von Emil Frey in der ersten Startreihe. Der Tabellenführer musste sich mit der achten Startposition zufrieden geben. Marco Wittmann wird das Rennen aus der sechsten Startreihe aus aufnehmen.

Matteo Caroli (Emil Frey Racing): „Meine erste Pole-Position in der DTM fühlt sich überragend an! Ich bin in meiner Karriere bislang noch nicht oft in Zandvoort gefahren, deshalb ist das Ergebnis für mich umso schöner. An die starke Leistung wollen wir im Rennen natürlich anknüpfen und gewinnen.“


Pole-Setter Cairoli konnte den Start am Samstagmittag auf dem niederländischen Formel-1-Kurs für sich behaupten und führte die Meute an. Lucas Auer schob sich um eine Position auf Rang zwei vor und verdrängte Thierry Vermeulen auf Platz drei. Dahinter folgten der starke Nachwuchsfahrer Bastian Buus und Jules Gounon . Innerhalb des Rennens gab es dann mehrere Vorfälle die dann nach dem Rennen von den Sportkommissaren bearbeitet wurden. Bis zum Pflicht-Boxenstopp hatte Matteo Cairoli seinen Vorsprung auf über zwei Sekunden ausgebaut und holte sich dann in Runde 16 neue Pirelli-Slicks und ging als Erster wieder auf die Strecke. Lucas Auer, Thierry Vermeulen, Bastian Buus und Jules Gounon lagen nach ihrem guten Boxenstopp auf den Positionen zwei bis fünf ein.

Während die Abstände der Top-Drei in etwa gleich blieben, entwickelte sich dahinter ein spannender Zweikampf zwischen Bastian Buus und dem immer wieder attackierenden Jules Gounon. Der erst 22-jährige Däne ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und wehrte im Neunelfer jeden Angriff seines französischen Konkurrenten ab. Nach 36 fehlerlosen Runden wurde Matteo Cairoli als Erster vor Lucas Auer, Thierry Vermeulen, Bastian Buus und Jules Gounon abgewunken. Ben Dörr beendete das dritte DTM-Rennen als Sechster. Maro Engel konnte sich mit einem späten Reifenwechsel auf Position sieben verbessern, fiel in der Tabelle jedoch hinter Markenkollege Lucas Auer auf Rang zwei zurück. Den achten Platz sicherte sich Thomas Preining. Luca Engstler wurde als Neunter vor Nicki Thiim abgewunken.

Im nachhinein gab es dann ein neues Rennergebnis. Sebastian Buus wurde disqualifiziert, weil er das Mindestgewicht seines Ferraris von 1.332 kg unterschritten hatte. Er wog nur 1.328,5 kg. Außerdem wurde ein nicht korrekter Schlagschrauber verwendet. Hier wurde auf eine Strafe verzichtet, aufgrund der bereits ausgesprochenen Disqualifikation. Marco Mapelli hatte eine 5-Sekunden-Ersatzstrafe wegen Parallefahrens in der Boxengasse erhalten. Von ebenfalls einer 5-Sekunden-Ersatzstrafe war auch Mirko Bortolotti nicht verschont geblieben. Er bekam diese weil er Marco Mapelli die Vorfahrt bei der Einfahrt in die Fastlane nach dessen regelkonformem Boxenstopp nicht gewährt hatte.

Matteo Cairoli (Emil Frey Racing): „Ein unglaubliches Gefühl! Trotz meines Vorsprungs war in den letzten Runden höchste Konzentration gefordert, da die Reifen ziemlich stark abgebaut haben. Ich weiß noch, wie ich 2013 zum ersten Mal die DTM geschaut habe. Seitdem war es mein großes Ziel, eines Tages in der Serie zu fahren. Umso glücklicher bin ich über den Sieg. Ich bin mir sicher, dass uns dieser Erfolg einen zusätzlichen Aufschwung für die Saison geben wird.“

Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf): „Der zweite Platz ist ein super Ergebnis. Es war das erste Rennen mit den neuen DTM-Reifen unter diesen warmen Bedingungen, daraus können wir viele neue Erkenntnisse gewinnen. Matteo Cairoli hat das Rennen dominiert und verdient seinen ersten Sieg geholt. Am Sonntag werden die Karten neu gemischt, dann wollen wir wieder vorne angreifen.“

Thierry Vermeulen (Emil Frey Racing): „Ich freue mich riesig, dass ich es bei meinem DTM-Heimspiel in Zandvoort endlich aufs Podium geschafft habe. Zusammen mit dem Sieg von Matteo Cairoli ist es ein überragendes Ergebnis fürs Team. Beim Start bin ich leider nicht gut weggekommen, weil plötzlich die Traktionskontrolle eingesetzt hat. Dadurch konnte Lucas Auer an mir vorbeiziehen.“


Das zweite Qualifying fand am Sonntagvormittag bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von 19 Grad Celsius statt. Wie am Vortag gingen die Piloten erst spät auf Zeitenjagd. Drei Minuten vor Schluss übernahm Mirko Bortolotti mit seiner Top-Runde die Führung, eine Minute später gelang Kelvin van der Linde nach vier Runden mit 1:32,831 Minuten die Bestzeit. Thierry Vermeulen und Luca Engstler legten in ihren jeweils vierten Umläufen nach und sicherten sich die Positionen zwei und drei. Die Abstände waren äußerst knapp, die Top-Ten lagen innerhalb von sieben Zehntelsekunden. Maro Engel, Lucas Auer und Marco Wittmann mussten sich mit den Startpositionen elf, acht und dreizehn zufrieden geben.

Kelvin van der Linde (Schubert Motorsport): „Das Auto war auf der Strecke eine echte Waffe. Es ist bereits meine zweite Pole im vierten Qualifying der Saison, das habe ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Aus dem bitteren Ausfall am Samstag haben wir als Team Kraft gezogen, darauf bin ich sehr stolz. Bei den hohen Temperaturen wird es im Rennen vor allem auf das richtige Reifen-Management ankommen.“


Pole-Setter Kelvin van der Linde dominierte die erste Rennhälfte und lag nach dem ersten Boxenstopp in Führung. Zu diesem Zeitpunkt folgten Ferrari-Pilot Thierry Vermeulen und Luca Engstler auf den Plätzen zwei und drei. Ben Dörr und Marco Wittmann kämpften sich nach einer kurzen Safety-Car-Phase auf die Ränge sieben und neun vor. Thierry Vermeulen konnte Kelvin van der Linde in Verlauf der zwanzigsten Runde überholen, dessen Pirelli-Slicks stärker abgebaut hatten. Folgerichtig absolvierte der BMW-Pilot als erster Fahrer seinen zweiten Boxenstopp – und diese Taktik zahlte sich aus. Mit bereits angewärmten Reifen zog er einige Runden später an Thierry Vermeulen vorbei, der mit noch kalten Pneus keine Chance hatte.

Ben Dörr und Marco Wittmann verfolgten dagegen eine andere Taktik. Sie fuhren in Runde 26 als letzte Fahrer zum zweiten Boxenstopp und schoben sich in den finalen Umläufen nach teilweise spektakulären Überholmanövern auf Rang zwei und drei vor. Nach 35 Runden gewann Kelvin van der Linde vor Ben Dörr und Marco Wittmann. Hinter den Top-Drei überquerte Maro Engel als Vierter die Ziellinie. Der taktisch versierte Routinier setzte ebenfalls auf späte Boxenstopps, konnte acht Positionen gutmachen und übernahm damit wieder die DTM-Tabellenführung. Thierry Vermeulen beendete das zweite Rennen als Fünfter. Auf den Positionen sechs und sieben folgten mit Luca Engstler und Marco Mapelli Bester Porsche-Pilot war Thomas Preining als Achter. Mirko Bortolotti sah die Ziellinie als Neunter, gefolgt von Ricardo Feller.

In der Meisterschaft führt weiterhin Maro Engel mit 67 Punkten vor Lucas Auer mit 61 und Marco Wittmann mit 52 Punkten. In der Rookie oft he year-Wertung liegt Finn Wiebelhaus mit 105 Zähler auf Rang eins, gefolgt von Nicolas Baert mit 94 und Tom Kalender mit 88 Zähler. Winward Racing hat in der Team-Wertung mit 94 Punkten das Sagen. Platz zwei und drei nehmen Schubert Motorsport mit 87 und Emil Frey Racing mit 77 Punkten ein. Mercedes-AMG führt die Hersteller-Wertung mit 128 Zähler an. Dahinter liegen BMW mit 91 und Ferrari mit 83 Zähler.

Kelvin van der Linde (Schubert Motorsport): „Der Sieg tut unfassbar gut, ich kann das gar nicht in Worte fassen. Das Rennen war eine emotionale Achterbahnfahrt, aber genau dafür liebe ich die DTM. Nach dem Auftakt in Spielberg haben wir Details verbessert und viel Arbeit in Boxenstopps investiert. Das hat sich ausgezahl.“

Ben Dörr (Dörr Motorsport): „Den zweiten Platz habe ich nicht wirklich für möglich gehalten. Ich bin unfassbar stolz. Beim ersten Boxenstopp hat leider ein Rad geklemmt, dadurch bin ich mehrere Plätze zurückgefallen und hatte die Hoffnung auf ein Top-Ergebnis eigentlich schon verloren. Aber ich konnte mich mit einem guten Manöver nach dem anderen wieder nach vorne boxen.“

Marco Wittmann (Schubert Motorsport): „Eine super Strategie und ein gutes Reifen-Management waren entscheidend für das gute Rennen, das mit vielen Zweikämpfen unglaublich intensiv war. Zu Beginn bin ich reifenschonend gefahren, daher konnte ich nach der Safety-Car-Phase meine Vorderleute überholen. Natürlich fährt man am liebsten souverän an der Spitze, aber diese Duelle auf der Strecke machen einfach großen Spaß.“

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Provided by Swen Wauer