Däne nach zwei Siegen Halbzeitmeister

Der Norisring auch das „Deutsche Monaco“ genannt liegt im Herzen von Nürnberg und ist vom 03. bis 05. Juli Austragungsort des vierten Saisonstopps der DTM. Der einzige Stadtkurs in Deutschland erfordert von den Piloten höchste Konzentration. Die enge Fahrbahn zwischen Leitplanken und Mauern rund um die historische Steintribüne fordert von den Fahrern Millimeterarbeit und verzeiht keine Fehler. Der Stadtkurs in Nürnberg ist mit seinen schnellen Geraden und nur vier engen Kurven ein Härtetest für die Bremsen. Die Fahrzeuge bremsen von über 250 km/h auf 60 km/h herunter. Bodenwellen kurz vor den Kurven sorgen für zusätzliche Herausforderungen. An den Kurvenausgängen müssen die Fahrer die richtige Linie treffen, um dicht vorbei an den Mauern keinen Seitenspiegel zu verlieren.

Tabellenführer Matteo Cairoli (Emil Frey Racing) will nach seinem zweiten DTM-Sieg am Dekra Lausitzring seine Spitzenposition verteidigen – doch die Abstände sind minimal. Er führt die Meisterschaft mit 78 Punkten an. Das Mercedes-AMG-Duo Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol) und Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf) folgt auf den Plätzen zwei und drei. Sie liegen nur einen Punkt hinter dem Italiener. Für Ferrari-Pilot Matteo Cairoli ist der Stadtkurs in Nürnberg nahezu Neuland Die Mercedes-AMG-Markenkollegen Maro Engel, der 2024 und 2025 am Norisring auf dem Podium stand, und Lucas Auer werden den Italiener über die Straßen Nürnbergs jagen. Eine ganz besondere Erinnerung verbindet Aston-Martin-Pilot Nicki Thiim (Comtoyou Racing) mit dem Stadtkurs.

Einen besonderen Stellenwert genießt der Norisring auch bei Thomas Preining (Manthey). Der Österreicher hat in Nürnberg Geschichte geschrieben. Vor vier Jahren holte Thomas Preining dort den ersten Sieg für Porsche in der DTM, inzwischen steht der Manthey-Pilot bei drei Norisring-Siegen. Der 27-Jährige gewann am vergangenen Wochenende zusammen mit seinem DTM-Teamkollegen Ricardo Feller sowie DTM-Rookie Bastian Buus das legendäre 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps und reist mit ordentlich Rückenwind an den Dutzendteich. Mit großer Vorfreude geht Lokalmatador Marco Wittmann (Schubert Motorsport), der vor seinem Heimspiel als bestplatzierter BMW-Fahrer auf Tabellenrang vier liegt, in das Wochenende.

Matteo Caroli (Emil Frey Racing): „Ich bin auf dem Norisring erst einmal gefahren und das vor elf Jahren. Ich weiß, dass man extrem spät bremsen und nach den Kurven sehr früh aufs Gas gehen muss, um auf den langen Geraden möglichst viel Speed zu haben. Zudem ist der Fahrbahnbelag speziell, da es sich um normale Straßen handelt. Es könnte ein heißes Wochenende werden, aber da hatten wir am Lausitzring ja die beste Vorbereitung. Ich werde bis zum Umfallen kämpfen.“

Nicki Thiim (Comtoyou Racing): „Ich habe auf dem Norisring 2024 mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Die Strecke ist ein absolutes Highlight und sorgt für einen Adrenalin-Kick im Cockpit. Für jeden Fahrer ist es ein Traum, dort zu fahren. Wir wollen für eine gute Show sorgen.“

Marco Wittmann (Schubert Motorsport): „Die Stimmung am Norisring ist einmalig. Für mich ist es eine riesige Freude, vor meiner Familie, den heimischen Zuschauern und meinem Fanclub auf diesem einzigartigen Stadtkurs zu fahren.“


Die Piloten der DTM begaben sich am Freitag von 11.30 Uhr bis 12.25 Uhr zum ersten Mal hinaus auf die Strecke. Für sie stand das erste freie Training auf dem Programm. Maro Engel (Mercedes AMG Team RAVENOL)l hatte in diesen 55 Minuten die meisten Runden absolviert und wurde dann nach 52 Runden mit einer Zeit von 49,202 Sekunden auf Rang eins gewertet. Platz zwei und drei nahmen Maximilian Paul (Winward Racing) mit seinem Lamborghini Temerario und Ben Dörr (Dörr Motorsport) mit seinem McLaren ein. Der Tabellenführer musste sich zunächst mit Rang 15 zufrieden geben. Lucas Auer (Mercedes AMG Team Landgraf) wurde als Sechster gewertet. Nicki Thiim (Comtoyou Racing) lag mit seinem Aston Martin Vantage auf Rang vier. Die beiden BMW Piloten von Schubert Motorsport Kelvin van der Linde und Marco Wittmann lagen zunächst auf den Plätzen 19 und 21.

Maro Engel (Winward Racing): „Es macht immer großen Spaß, auf dem Norisring zu fahren. Die Strecke ist richtig cool und umso schöner ist es, wenn man im Training vorne dabei ist. Ich fahre schon lange in der DTM, ein Sieg am Norisring fehlt mir aber noch.“


Von 16.00 Uhr bis 16.45 Uhr ging es nochmals auf die Strecke. Diesmal stand das zweite freie Training an. Die Zeiten gegenüber morgens wurden schneller. Diesmal hatte Ben Dörr (Dörr Motorsport) nach 36 Runden mit einer Zeit von 48,793 Sekunden das Sagen. Hinter ihm hatten sich Lucas Auer und Jules Gounon (Mercedes AMG Team MANN-FILTER) platziert. Matteo Cairoli hatte sich um einen Rang verbessert. Maro Engel musste sich nun mit Rang sieben zufrieden geben. Kelvin van der Linde und Marco Wittmann wurden auf den Plätzen 16 und 21 gewertet. Nicki Thiim hatte seinen vierten Rang behaupten können.

Ben Dörr (Dörr Motorsport): „Ich habe mich im Auto richtig wohl gefühlt. Im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren auf dem Norisring haben wir einen großen Fortschritt gemacht. Das Streckenlayout und der Asphalt mit den vielen Bodenwellen liegen dem McLaren nicht unbedingt, trotzdem hoffe ich natürlich auf gute Ergebnisse. Ein Podiumsplatz wäre cool, auch wenn das schwierig wird.“


Ernst wurde es dann für die Fahrer am Samstagmorgen um 9.35 Uhr. Das Zeittraining wurde in zwei Gruppen abgehalten. In Gruppe A gehen die Piloten auf die Strecke, die auf den ungeraden Plätzen des zweiten freien Trainings sich platziert hatten. Nach einer kurzen Pause von fünf Minuten gehen dann die Fahrer mit den geraden Platzierungen aus dem zweiten freien Training hinaus um die Pole Position für den Lauf am Mittag auszufahren. Zunächst gingen erst zwei Piloten von elf aus der Gruppe A auf die Strecke. Hier setzte dann Jules Gounon für alle eine Zeit von 51,938 Sekunden, gefolgt von Maro Engel. Alle anderen warten zunächst ein wenig ab. Nachdem dann alle draußen waren hatte sich Ben Dörr bei noch sieben Minuten mit einer Zeit von 49,009 Sekunden auf Rang eins gefahren, gefolgt von Finn Wiebelhaus und Thierry Vermeulen.

Zwischenzeitlich hatte Jules Gounon Marco Wittmann behindert. Dies wird nach dem Rennen von den Sportkommissaren bearbeitet. Der Tabellenführer lag zu dieser Zeit auf Platz fünf. In der Schlussphase wurden die Zeiten nochmals schneller. Ben Dörr hatte für alle in den letzten zweieinhalb Minuten eine Zeit von 48,547 Sekunden in den Asphalt gebrannt, gefolgt von Maro Engel und Finn Wiebelhaus. Der Tabellenführer hatte sich wieder bis auf Platz fünf nach vorne gefahren. Maro Engel konnte in der letzten Minute noch einiges zulegen und setzte sich mit einer Zeit von 48,463 Sekunden auf Platz eins. Am Ende konnte niemand die Zeit von Maro Engel toppen. Platz zwei und drei nahmen Ben Dörr und Jules Gounon ein. Finn Wiebelhaus und Matteo Cairoli wurden auf den Plätzen vier und sechs gewertet.

Nach einer Pause von fünf Minuten musste dann Gruppe B auf die Strecke und setzte zur Jagd auf die Pole Position an. Hier begaben sich sofort alle zehn Fahrer auf die Jagd. Bei noch 16 Minuten zu fahrender Zeit waren einige Fahrer noch einmal in die Box gekommen. Zu dieser Zeit hatte sich Tom Kalender mit einer Zeit von 51,422 Sekunden auf Rang eins gefahren, gefolgt von Lucas Auer und Timo Glock. Kelvin van der Linde, Nicki Thiim, Bastian Buus, Arjun Maini und Thomas Preining waren noch in der Box und warteten ab. Tom Kalender hatte es in den letzten neun Minuten übertrieben, denn er touchierte die Mauer. Dabei hatte er Glück, dass der Mercedes nicht in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Timo Glock hatte sich unterdessen auf Rang zwei gefahren, gefolgt von Bastian Buus. Die Fahrer waren aber noch nicht an der Zeit von Maro Engel heran gekommen. Die Zeiten wurden in den letzten sechs Minuten schneller. Nicki Thiim hatte sich mit einer Zeit von 48,669 Sekunden auf Platz eins geschoben. Er wurde von Arjun Maini von dort verdrängt. Bei nächsten Umlauf hatte sich der Däne wieder auf Rang eins geschoben. Mit einer Zeit von 48,522 Sekunden. Er konnte seine eigne Bestzeit nochmals unterbieten und verdrängte mit einer Zeit von 48,449 Sekunden Maro Engel von der Pole Position. Arjun Maini und Lucas Auer lagen zu dieser Zeit auf den Rängen zwei und drei.

Am Ende konnte niemand die Zeit von Nicki Thiim unterbieten. Platz zwei und drei nahmen Arjun Maini und Lucas Auer ein. Tom Kalender wurde auf Rang vier gewertet. Damit wird der Däne am Mittag von der Pole Position aus ins Rennen geben, gefolgt von Maro Engel und Arjun Maini. Matteo Cairoli musste sich mit Startposition zehn zufrieden geben. Lucas Auer nimmt das Rennen aus der dritten Startreihe aus auf.

Nicki Thiim (Comtoyou Racing): „Ich liebe es, auf dem Norisring zu fahren. Ein paar Mal habe ich die Mauern berührt, aber das gehört dazu und hat mir einen Extrakick gegeben. Das Feld liegt extrem eng zusammen. Daher muss man alles auf den Punkt bringen und voll am Limit fahren.“


Ben Dörr wurde im nachhinein von der Rennleitung disqualifiziert wegen Unterschreitung des vorgeschriebenen Mindestgewichts um 8,5 Kilogramm. Er nimmt das Rennen aus der letzten Startreihe aus auf. Der fliegende Start nach den zwei Einführungsrunden funktionierte ohne weiteres. Nicki Thiim wurde direkt von Maro Engel attackiert, doch der Däne konnte seine Position verteidigen. Sie kamen auch alle mit viel Disziplin durch die Grundigkehre. Marco Wittmann kam bereits nach der ersten Runde in die Box. Er hatte zuvor einen Schlag von einem Kontrahenten erhalten. Wie an der Perlenschnur ging es zunächst über die Strecke. Marco Wittmann konnte dann beim nächsten Umlauf wieder auf die Strecke hinausgehen und reihte sich hinter Nicki Thiim mit einer Runde Rückstand wieder ein.

Der Däne hatte sich zwischenzeitlich mit über 1,3 Sekunden vom Feld abgesetzt. Der Tabellenführer hatte einen Rang eingebüßt. Marco Wittmann wurde im nachhinein dann von einigen Kontrahenten niedergerungen. Maximilian Paul bekam eine Penaltylap wegen eines Fehlstarts. Unterdessen war Marco Wittmann wieder zur Box zurück gekommen und gab dort das Rennen früher auf als geplant. Marco Mapelli hatte eine Verwarnung wegen unkorrekten Überholens bekommen. Ben Dörr hatte sich bereits auf Rang dreizehn nach vorne gearbeitet. Maro Engel war zwischenzeitlich etwas näher an Nicki Thiim heran gekommen. Lucas Auer hatte an Boden verloren und war auf Platz fünf zurückgefallen. Einen harten Fight lieferten sich Maximilian Paul und Marco Mapelli um Platz 19.

Thomas Preining musste sich mit Ben Dörr auseinander setzen. Hier ging es um Rang zwölf. Die ersten drei versuchten sich vom übrigen Feld abzusetzen. Dahinter lieferten sich Jules Gounon und Lucas Auer ein Duell. Bei noch 40 Minuten zu fahrender Zeit war Tom Kalender mit einem rechten hinteren abgeknickten Rad unterwegs. Zuvor hatte er die Mauer erneut touchiert. Das Rennen wurde nun neutralisiert, weil das Fahrzeug von Tom Kalender auf der Strecke stand. Der Re-Start erfolgte bei noch 34 Minuten zu fahrender Zeit und ging zu Gunsten des Aston Marin Piloten aus. Finn Wiebelhaus auf Platz sechs musste sich auch harten Attacken gegenüber Thierry Vermeulen erwehren. Nicolas Baert kam nun in die Box. Beim nächsten Umlauf folgten dann Maro Engel, Ben Dörr und Kelvin van der Linde.

Nach dem Boxenstopp von Maro Engel lieferte er sich ein hartes Duell mit Nicki Thiim. Dieser war aber noch nicht zum Reifenwechsel drin gewesen. Finn Wiebelhaus verlor gegenüber Thierry Vermeulen beim Boxenstopp einen Platz. Der Vorfall zwischen Ricardo Feller und Luca Engstler lag unter Beobachtung. Nicki Thiim vollzog einen Boxenstopp von 5,8 Sekunden. Er kam wieder vor Maro Engel auf die Strecke. Lucas Auer und Arjun Maini gerieten arg aneinander als der Inder an dem Österreicher vorbei ging. Ein teaminternes Duell war zwischen Timo Glock und Ben Dörr entstanden. Maximilian Paul hatte vieleicht Bremsprobleme bei der Anfahrt zur Grundigkehre bekommen. Um Geschwindigkeit abzubauen lenkte er in die Mauer, dabei riss bei ihm ein Reifen ab und er war jetzt nur noch Passagier. Letztendlich traf er Kelvin van der Linde beim Einbiegen in die Grundigkehre. Beide blieben stark havariert dort liegen. Der Südafrikaner klagte über Schmerzen. Die Fahrertüre bei dem BMW wurde herausgerissen.

Kelvin van der Linde klagte über leichte Schmerzen. Maximilian Paul war ansprechbar. Zunächst wurde Full Course Yellow angezeigt. Aber im nachhinein wurde das Rennen mit der roten Flagge unterbrochen. Die Piloten stellen sich nun auf der Start und Zielgeraden auf. Sie verließen auch ihre Fahrzeuge und warteten erst einmal ab. Der Re-Start wurde für 15.00 Uhr hinter dem Safety Car angesagt. Es sollen zwei Runden hinter dem Safety gefahren werden. Um 15.05 Uhr machten sich die Fahrer für die letzten 20 Minuten plus drei Sekunden plus drei Runden bereit das Rennen hinter dem Safety Car aufzunehmen. Nicki Thiim konnte bei der Freigabe des Rennens seine Führungsposition verteidigen. Mit viel Disziplin ging es durch die Grundigkehre.

Die ersten drei versuchten sich unterdessen von der Meute abzusetzen. Mirko Bortolotti konnte sich gegenüber Ben Dörr zur Wehr setzen. Hier ging es um Platz neun. Thomas Preining musste absolute Kampflinie fahren, denn Lucas Auer setzte ihn immer weiter unter Druck. Der Österreicher hatte noch Thierry Vermeulen und Finn Wiebelhaus im Schlepptau. Zu diesen gesellten sich dann noch fünf weitere Kontrahenten. Lucas Auer hatte sich dann endlich an Thomas Preining vorbeigedrängt und konnte sich auch sofort mit einigen Wagenlängen von dem Porsche Piloten absetzen. Matteo Cairoli lag in den letzten neun Minuten nur auf Rang elf. Zwischenzeitlich versuchte Thierry Vermeulen an Thomas Preining in der Grundigkehre vorbeigehen. Doch durch die Bodenwellen ging die Sache schief und dies konnte sofort Finn Wiebelhaus nutzen und vorbeigehen.

Von alledem bekam Nicki Thiim an der Spitze nichts mit. Sein Vorsprung vor Maro Engel betrug eine Sekunde. Finn Wiebelhaus versuchte an Thomas Preining vorbeizugehen, dabei lehnte er sich an dem Porsche Piloten an und konnte vorbei gehen. Die Rennleitung ordnete nun den Platztausch wieder an. Für diese Aktion erhielt er eine Verwarnung wegen unkorrektem Überholmanöver. Wenig später konnten auch noch Jules Gounon und Mirko Bortolotti an dem Porsche Piloten vorbeigehen. Dieser befand sich jetzt nur noch auf Rang neun wieder. Arjun Maini auf Rang drei hatte nichts zu lachen, denn Lucas Auer war bis auf 0,301 Sekunden heran gefahren. Thomas Preining auf Rang neun hatte gleich sechs Fahrzeuge im Schlepptau.

In den letzten drei Runden war der Vorsprung des Dänen auf 0,801 Sekunden geschrumpft. Nach 63 Runden holte sich Nicki Thiim seinen zweiten Sieg auf dem Norisring mit einem knappen Vorsprung von 0,587 Sekunden vor Maro Engel und Arjun Maini. Lucas Auer beendete das Rennen als Vierter. Matteo Cairoli sah die Zielflagge auf Rang elf.

Nicki Thiim (Comtoyou Racing): „Den ersten DTM-Sieg für Aston Martin ausgerechnet auf meiner Lieblingsstrecke am Norisring zu holen, fühlt sich unglaublich an. Dieser Moment ist für mich schon jetzt das Highlight des Jahres. Das Rennen wurde zwischenzeitlich unterbrochen, das war eine große mentale Herausforderung. Umso glücklicher bin ich über den Erfolg.“

Maro Engel (Winward Racing): „Ein gutes Rennen von uns mit einem super Ergebnis! Nicki Thiim war einfach schneller und hat verdient gewonnen. Nach seinem Boxenstopp habe ich alles probiert, weil seine Reifen noch nicht ganz auf Temperatur waren. Ich bin nähergekommen, konnte den Abstand aber nicht entscheidend verkürzen.“

Arjun Maini (HRT Ford Racing): „Es ist bereits mein zweites Norisring-Podium, darüber bin ich sehr glücklich. Entscheidend für den dritten Platz war mein Manöver gegen Lucas Auer. Dabei haben sich unsere Fahrzeuge ein wenig berührt, aber das gehört zu den Rennen in der DTM dazu. Wir haben diese Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht, hoffentlich folgt bald auch mein erster Sieg.“

Zum Unfallhergang zwischen Maximilian Paul und Kelvin van der Linde war wohl eine Ölspur, die vom Fahrzeug von Timo Glock ausging schuld. Maximilian Paul kam auf diese und schlug dann zunächst in die Mauer ein, danach konnte er sein Fahrzeug nicht mehr lenken und traf dann Kelvin van der Linde in der Grundigkehre. Beide Piloten werden am Sonntag nicht am Start sein.


Das zweite Ausfahren der Starrpositionen fand am Sonntagmorgen wieder in zwei Gruppen statt. Diesmal ging zu erst Gruppe B auf die Strecke hinaus. Hier konnte sich Nicki Thiim nach 15 Runden mit einer Zeit von 48,583 Sekunden in Szene setzen, gefolgt von Arjun Maini und Lucas Auer. Nach fünf Minuten Pause schickte man dann Gruppe A hinaus. Als Schnellster erwies sich hier Finn Wiebelhaus. Er hatte für alle nach acht Runden eine Zeit von 48,694 Minuten in den Asphalt gebrannt. Platz zwei und drei nahmen Ben Dörr und Jules Gounon ein. Matteo Cairoli und Maro Engel mussten sich mit den Plätzen fünf und sechs zufrieden geben.

Nicki Thiim war wieder mit 485,583 Sekunden der Schnellste und hatte damit die Doppel Pole eingefahren. Hinter ihm werden Finn Wiebelhaus und Arjun Maini ins Rennen gehen. Lucas Auer startet von Rang fünf . Matteo Cairoli und Maro Engel stehen in der fünften sechsten Startreihe.

Nicki Thiim (Comtoyou Racing): „Was für ein überragender Start in den Tag. Es macht mir einfach riesigen Spaß, auf dem Norisring zu fahren. Die Strecke hat nur vier Kurven. Aber genau deswegen kommt es darauf an, die Bremspunkte perfekt zu treffen und maximal am Limit zu fahren.“


Ihren achten Saisonlauf nahmen die Protagonisten am Sonntagmittag in Angriff. Der Himmel wurde jetzt dunkler. Nicki Thiim konnte erneut nach den zwei Einführungsrunden den fliegenden Start wieder für sich verbuchen. Er bog als Erster in die Grundigkehre ein. Weit gefächert ging es auf diese Kurve zu. Matteo Cairoli lag unter Beobachtung wegen eines Fehlstarts. Bereits nach der ersten Runde musste das Safety Car heraus kommen, weil ein Stück vom Heckflügel von Matteo Cairoli in der Grundigkehre lag. Zuvor hatte er einen Schubser von Maro Engel bekommen. Im Verlauf der dritten Runde fing es an zu regnen. Matteo Cairoli hatte eine Penaltylap erhalten. Nachdem das Rennen wieder frei gegeben wurde, konnte der Däne seine Position behaupten. Er wurde von Finn Wiebelhaus unter Druck gesetzt. Danach riss das Feld ein wenig ab.

Lucas Auer und Arjun Maini hatten ihre Positionen verteidigen können. Hingegen lag der Tabellenführer Maro Engel nur auf Platz zwölf. Es wurde jetzt schwierig die Fahrzeuge auf der Strecke zu halten, denn durch den Regen wurde die Strecke immer rutschiger. Im gesamten Feld wurde hart um jede Position gekämpft. Marco Wittmann hatte sich auf Rang dreizehn gefahren. Es regnete nun in Strömen. Lucas Auer hatte sich Ben Dörr zurecht gelegt und fuhr auf Rang vier. Marco Mapelli hatte das Auto verloren, traf Matteo Cairoli und dieser nahm noch Luca Engstler mit ins Aus. Matteo Cairoli musste in der Grundigkehre geborgen werden. Es lagen auch noch sehr viele Karbonteile auf der Strecke. Erneut wurde das Rennen neutralisiert. Die Fahrzeuge wurden wieder auf die Start und Zielgeraden von Ron Dobmeier geleitet und stellten sich dort auf.

Die Mechaniker kamen dann mit den Regenreifen zu ihren Fahrern und sie hatten zehn Minuten Zeit, bevor das Rennen wieder aufgenommen werden sollte. Der Vorfall zwischen Matteo Cairoli und Luca Engstler wird nach dem Rennen von den Sportkommissaren bearbeitet. Der Re-Start erfolgt hinter dem Safety Car und es wurden zwei Runden hinter Ron Dobmeier gefahren. Zwischenzeitlich hatte es aufgehort zu regnen. Es waren jetzt alle auf Regenreifen unterwegs. Nicki Thiim bestimmte bei noch 42 Minuten zu fahrender Zeit das Tempo. Der Däne bog wieder als Erster in die Grundigkehre ein. Arjun Maini wurde hart von Lucas Auer bedrängt. Auf der Start und Zielgeraden hielt der Inder gegen den Österreicher. Im nachhinein musste der Ford Mustang dann den Mercedes in der Grundigkehre ziehen lassen.

Maro Engel konnte sich schon auf Rang neun fahren. Unterdessen hatte das Boxenzeitfenster geöffnet. Im gesamten Feld hatten sich Grüppchen gebildet in denen hart gekämpft wurde. Nicki Thiim wurde unterdessen von Finn Wiebelhaus angegriffen. Für einen kurzen Moment hatte der Ford sich an den Aston Martin vorbeigefahren, aber er musste nun den weiten Weg nach außen nehmen und sofort konnte der Däne die Führungsposition wieder zurückholen. Timo Glock hatte die Mauer touchiert und kam danach in die Box. Marco Wittmann und Bastian Buus vollzogen jetzt ihren ersten Pflichtboxenstopp. So nach und nach vollzogen dann die nächsten Fahrer ihren Stopp. Finn Wiebelhaus war einer der Ersten aus der Spitzengruppe. Maro Engel und Arjun Maini kam dann danach in die Box.

Die Strecke trocknete nun immer weiter ab. Der Pole Setter kam bei noch 31 Minuten zu fahrende Zeit in die Box, gefolgt von Lucas Auer, Jules Gounon, Mirko Bortolotti und Thomas Preining. Nicki Thiim kam vor Finn Wiebelhaus wieder auf die Strecke hinaus. Der Ford Pilot war aber schon mit warmen Reifen unterwegs, denn er hatte seinen Stopp schon längst hinter sich gebracht. Rundenlang versuchte Finn Wiebelhaus immer wieder den Routinier niederzuringen. In der Grundigkehre zwang Nicki Thiim immer wieder den Ford Piloten die Außenbahn zu nehmen. Danach machte er dann die Türe zu und so konnte der Däne jedes Mal seine Position verteidien. Lucas Auer lag auf Rang drei, gefolgt von Arjun Maini. Maro Engel befand sich auf Platz sieben.

Die ersten beiden hatten sich mit über 4,5 Sekunden vom übrigen Feld abgesetzt. Jules Gounon auf Platz fünf führte eine Truppe von vier Fahrzeugen an. Marco Mapelli hatte einen leichten Mauerkontakt. Danach fuhr er direkt in Richtung LKW. Das Rennen war für ihn damit vorbei. Marco Wittmann versuchte rundenlang an Thomas Preining vorbeizugehen. Hier ging es um die zehnte Position. Von alledem bekam Nicki Thiim an der Spitze nichts mit, denn er hatte sich mit 2,086 Sekunden von Finn Wiebelhaus befreien können. Tom Kalender auf Platz dreizehn hatte auch alle Hände voll zu tun sich Ben Dörr vom Hals zu halten. In der letzten viertel Stunde öffnete das Boxenzeitfenster dann zum zweiten Mal. Es kamen sofort Bastian Buus, Marco Wittmann und Ben Dörr herein.

Danach folgten Maro Engel, Mirko Bortolotti, Thomas Preining, Tom Kalender und Jules Gounon. Thomas Preining konnte in der Box an Mirko Bortolotti vorbeigehen. Bei Maro Engel dauerte der Stopp länger als geplant, weil Tom Kalender herein kam und seine Position einnahm. Zu dieser Zeit wollte der Mercedes Pilot gerade hinaus fahren. Der Boxenstopp bei Lucas Auer verlief nicht nach Plan, denn bei ihm klemmte es hinten. Beim Radwechsel. Finn Wiebelhaus vollzog seinen Stopp vor Nicki Thiim und Luca Engstler. Beim nächsten Umlauf vollzog der führende Däne seinen Stopp. Sein Stopp betrug 7,3 Sekunden. Er konnte vor Finn Wiebelhaus wieder auf die Strecke kommen. Luca Engstler war der Letzte der seinen zweiten Stopp hinter sich brachte.

Mit einem Vorsprung von 5,557 Sekunden führte Nicki Thiim das Feld an vor Finn Wiebelhaus und Lucas Auer. Marco Wittmann setzte zu dieser Zeit Thomas Preining auf Rang neun arg unter Druck. Vor ihnen war Bastian Buus unterwegs. In der Schlussphase schrumpfte der Vorsprung des Dänen. Dieser lag nur noch bei zwei Sekunden. Arjun Maini musste sich gegenüber Jules Gounon erwehren. Die „Gelbe Mamba“ hatte noch Thierry Vermeulen im Schlepptau. In den letzten Runden war der Vorsprung von Nicki Thiim immer wieder etwas geschrumpft. Nach 62 Runden holte sich Nicki Thiim den Doppel Sieg vor Finn Wiebelhaus und Lucas Auer. Maro Engel wurde als Siebter gewertet. Marco Wittmann sah die Zielflagge auf Rang zehn.