Pole Setter holen sich ihren ersten Sieg in der ADAC GT Masters
- Hauptkategorie: DTM Paket
- ADAC GT4 Germany
- 09. Juli 2026
- Cornelia Simon
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Ein Highlight der Saison wartet auf das ADAC GT Masters. Auf dem Nürburgring tritt die GT3-Nachwuchsliga des ADAC im Rahmen des Int. Shell ADAC Truck-Grand-Prix vom 10. bis 13.07 an, um ihre Läufe sieben und acht zu absolvieren. Es werden zwei Sprint-Rennen von 60 Minuten Renndauer ausgetragen. Als Tabellenführer reisen Leyton Fourie / Tim Zimmermann (FK Performance Motorsport) mit 115 Punkten in die Eifel, gefolgt von Finn Zulauf / Felix Hirsiger (Liqui Moly Team Engstler) mit 110 und Sandro Holzem / Juliano Holzem (Schubert Motorsport) mit 79 Punkten. An diesem Wochenende werden drei Gaststarter mit von der Partie sein.
Einer der namhaftesten Gaststarter am Nürburgring wird Gottfried Grasser aus Österreicher sein. Der DTM-Teamchef tauscht die Rollen und setzt sich nach 13 Jahren Rennpause wieder hinters Steuer eines Lamborghini Huracán GT3 Evo 2. Das Cockpit teilt er sich mit seinem guten Freund Gerhard Tweraser, der bereits 36 Rennen im ADAC GT Masters absolvierte – viele für das GRT Grasser Racing Team. Das Duo wird in der Pro-Am-Klasse antreten. Als Rückkehrer begrüßt die GT3-Nachwuchsliga des ADAC Prosport Racing mit dem Mercedes-AMG GT3. Somit werden am Nürburgring wieder sieben verschiedene Marken an den Start gehen. Als Fahrer an Bord sind Debütant Felice Jelmini und mit Nico Hantke ein bekanntes Gesicht.
Er fuhr in den vergangenen beiden Jahren in der Serie und erzielte eine Pole-Position, zwei Siege sowie Tabellenrang vier. Am Nürburgring feiert der Hürther zudem sein Heimspiel und hat sich viel vorgenommen. Der dritte Gaststarter ist SR Motorsport by Schnitzelalm. Das Team bestritt die vergangene Saison komplett und ist seit 2024 immer wieder als Gaststarter dabei. Den Mercedes-AMG GT3 der Mannschaft aus Niederzissen pilotieren beim Heimspiel die amtierenden ADAC GT4 Champions, Enrico Förderer / Jay Mo Härtling. Enrico Förderer feiert sein Debüt im GT3 Auto.
Leyton Fourie (FK Performance Motorsport): „Wir versuchen, auf dieses Momentum aufzubauen und genauso weiterzumachen. Wir wissen, dass das am Nürburgring vielleicht nicht so gut funktionieren könnte wie bisher, aber wir nehmen jedes Rennen wie es kommt und holen das Maximum heraus.“
Finn Zulauf (Liqui Moly Team Engstler): „Ich gehe positiv in das Wochenende. Die Strecke sollte für uns nicht schlecht sein. Natürlich gibt es immer äußere Faktoren, auf die wir keinen Einfluss haben. Ich denke, dass wir nach wie vor alle Voraussetzungen mitbringen, um die Meisterschaft zu gewinnen.“
Sandro Holzem (Schubert Motorsport): „Die Motivation ist extrem hoch. Viele Sponsoren und unsere Familie kommen zum Rennen. Es werden auch wieder viele Zuschauer vor Ort sein, die Vorfreude ist wirklich riesig. Wir wissen, dass wir mit unserem Paket am Nürburgring extrem stark sind und dort auf jeden Fall gewinnen können. Aktuell sind wir Meisterschaftsdritte und wollen am Nürburgring den nächsten Schritt machen, um ganz oben ein Wörtchen mitzureden. Wir waren schon als Kinder immer mit meinem Vater an der Strecke und ich habe dort mein Debüt in der DTM gefeiert.“
Gottfried Grasser: „Das Ziel im ersten Rennen ist, ins Ziel zu kommen. Im Zweiten schauen wir, welche Position es wird. Wir haben bisher noch nicht einmal einen Boxenstopp mit Anschnallen und allem Drum und Dran geübt. Daher schauen wir erst mal, dass wir sicher ins Ziel kommen. Aber natürlich ist sofort auch wieder der Biss da und ich werde die Zehntel und Platzierungen genau im Blick haben.“
Nico Hantke (PROsport Racing): „Ich freue mich, zum ersten Mal mit dem Mercedes-AMG GT3 an den Start zu gehen. Es ist eine neue Herausforderung, aber ich fühle mich sehr gut vorbereitet. Das Ziel für das Wochenende ist ganz klar: Wir wollen vorne mitfahren und um den Sieg kämpfen.“
Jay Mo Härtling (SR Motorsport by Schnitzelalm): „Wir kennen uns als Fahrerduo sehr gut und wollen die Chance nutzen, uns im Mercedes-AMG GT3 weiterzuentwickeln.“
Insgesamt 16 Fahrzeuge begaben sich am Freitagmorgen um 10.00 Uhr hinaus auf die Strecke um das erste freie Training über 45 Minuten hinter sich zu bringen. Immer wieder gab es Positionsverschiebungen. Am Ende hatten sich dann Simon Connor Primm / Robin Rogalski (HGL Racing) mit ihrem Audi R8 LMS in Szene gesetzt. Sie waren nach sechs absolvierten Runden mit einer Zeit von 1:25,981 Minuten die Schnellsten im Feld. Mit einem Rückstand von 0,142 Sekunden belegten die Porsche Piloten von razoon –more than racing Leo Pichler / Alexander Tauscher Rang zwei, gefolgt von den Tabellenführern Leyton Fourie / Tim Zimmermann (FK Performance Motorsport) mit / ihrem BMW M4.
Die Lamborghini Fahrer Felix Hirsiger / Finn Zulauf (Liqui Moly Team Engstler) und die Gebrüder Holzem (Schubert Motorport) ebenfalls auf einem BMW M4 unterwegs mussten sich zunächst mit den Plätzen zehn und sechs zufrieden geben. Die besten der drei Gaststarter waren Gerhard Tweraser / Gottfried Grasser (GRT Grasser Racing Team) auf einem Lamborghini Huracan. Sie wurden auf Rang fünf gewertet. Die SR Motorsport by Schnitzelalm Piloten Jay Mo Härtling / Enrico Förderer auf ihrem Mercedes AMG GT3 platzierten sich auf Rang acht. Felice Jelmini / Nico Hantke (PROsport Racing) lagen mit ihrem Mercedes AMG GT3 auf Rang 15.
Simon Connor Primm (HGL Racing): „Wir hatten heute nur ein kleines Problem, das wir innerhalb von ein paar Minuten beheben konnten. Ansonsten war es ein reibungsloser Tag. Wir haben getestet, was wir uns vorgenommen hatten. Ich habe zuhause nochmal extra trainiert und mich intensiver auf die Hitze vorbereitet, wobei die Temperaturen hier aktuell noch sehr entspannt sind. Wir hoffen natürlich, an das Lausitzring-Wochenende anzuknüpfen und wieder die Pole-Position zu erzielen und im besten Fall das Rennen zu gewinnen.“
Am Freitagmittag ging es dann nochmals hinaus auf die 3,629 Kilometer lange Strecke. Diesmal stand das zweie freie Training auf dem Programm. Dieses fand bei 26 Grad Außentemperatur statt. Die Zeiten gegenüber morgens wurden daher nicht schneller. Hier konnten sich am Ende dieser Session Felix Hirisger / Finn Zulauf gegenüber der Konkurrenz behaupten. Sie waren nach fünf Runden mit einer Zeit von 1:25,998 Minuten die Schnellsten. Rang zwei und drei nahmen Juliano Holzem / Sandro Holzem mit einem Rückstand von 0,536 Sekunden ein, gefolgt von Emil Gjerdrum / Max Reis (Haupt Racing Team).
Die ersten drei aus dem freien Training morgens lagen diesmal auf den Rängen zwölf, vierzehn und fünf. Niklas Kalus / Kiano Blum (Haupt Racing Team) hatten sich verbessern können. Denn sie wurden am Morgen nur auf Platz vierzehn gewertet und hatten sich nun auf Rang vier verbessert. Gerhard Tweraser / Gottfried Grasser hatten sich nicht verbessern können und mussten sich diesmal mit Platz zehn zufrieden geben. Hingegen konnten Enrico Förderer / Jay Mo Härtling und Felice Jelmini / Nico Hantke einige Plätze gut machen und wurden auf den Rängen sechs und sieben gewertet.
Felix Hirsiger (Liqui Moly Team Engstler): „Ich bin sehr zufrieden mit dem Tag. Die zweite Session war super, wir haben uns aufs Qualifying vorbereitet. Das Gefühl war da, das Auto war da, obwohl die hohen Temperaturen sicher nicht hilfreich für schnellen Zeiten waren. Finn hat im Longrun ebenfalls gezeigt, dass wir stabil dabei sind und die Meisterschaftsführung zurückerobern können. Ich denke, das ist möglich, weil wir mental stark sind. Das ist immer der Trumpf, wenn es in den Meisterschaftskampf geht.“
Bei sommerlichen Temperaturen nahmen die Protagonisten am Samstagmorgen um 9.20 ihr erstes Qualifying in Angriff. Hier wurden die Startpositionen für das Rennen am Samstagmittag ausgefahren. Die Zeiten wurden deutlich schneller als gestern. Felix Hirsiger / Finn Zulauf hatten nach fünf Runden mit einer Zeit von 1:25,104 Sekunden die Pole nach Hause gefahren. Hinter ihnen werden Leyton Fourie / Tim Zimmermann mit einem Rückstand von 0,249 Sekunden ins Rennen gehen. Diese beiden lieferten sich rundenlang ein Duell um die Bestzeit. Niklas Kalus / Kiano Blum konnten ihren Ford Mustang auf Startplatz drei stellen. Aus der dritten Startreihe werden Juliano Holzem / Sandro Holzem starten.
Im nachhinein mussten sich Enrico Förderer / Jay Mo Härtling, Nico Hantke / Felice Jelmini und Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser mit den Startpositionen neun, elf und 16 zufrieden geben. Für eine Überraschung sorgte Rookie Victor Nielsen, der sich das Cockpit mit Joseph Ellerine teilt mit Rang vier. Normalerweise startet der Däne für FK Performance Motorsport in der ADAC GT4 Germany und bekam am Nürburgring die Chance, sein allererstes Rennwochenende in einem GT3-Auto zu bestreiten. Bei seiner schnellsten Runde im BMW M4 GT3 Evo lag er 0,327 Sekunden hinter Polesetter Felix Hirsiger. Die Top-5 komplettierten Emil Gjerdrum / Max Reis im zweiten Ford Mustang GT3 mit 0,4 Sekunden Rückstand.
Felix Hirsiger (Liqui Moly Team Engstler): „Alles hat super geklappt und für uns war es die perfekte Runde. Das ist hier am Nürburgring mit den ganzen Kerbs nicht einfach. Ein Danke ans Team für die tolle Arbeit, das Auto war super. Wir wissen, dass wir alle fair fahren und es nicht um die erste Kurve, sondern das Gesamtresultat geht. Unsere Longrun-Pace ist super, Finn und ich sind beide super Fahrer – da ist schon was möglich.“
Leyton Fourie (FK Performance Motorsport): „Wir hatten ehrlich gesagt nicht erwartet, so weit vorne zu stehen. Die Jungs vom Team haben einen tollen Job gemacht, denn das Auto fühlte sich von der ersten Runde hier super an. Die Lamborghini Piloten sehen immer noch stärker aus als wir, das hat das Qualifying gezeigt. Trotzdem versuchen wir natürlich alles. Sollten wir sie nicht besiegen können, möchten wir die ersten Verfolger sein.“
Ihren siebten Meisterschaftslauf nahmen die Protagonisten am Samstagmittag bei strahlendem Sonnenschein und 27 Grad Außentemperatur unter die Räder. Nach den zwei Einführungsrunden funktionierte der fliegende Start ohne Probleme und die Pole Setter gaben das Tempo vor und konnten im nachhinein das weit gefächerte Feld in die erste Kurve führen. Emil Gjerdrum / Max Reis griffen direkt die Tabellenführer an und konnten sie auch niederringen. Robin Rogalski / Simon Connor Primm lieferten sich einen harten Fight mit Pavel Lefterov / Mark Kastelic. Hier ging es um die zehnte Position. Nach der ersten Runde führten weiterhin Felix Hirsiger / Finn Zulauf vor Niklas Kalus / Kiano Blum und Emil Gjerdrum / Max Reis. Victor Nielsen / Joseph Ellerine hatten an Boden verloren und waren nur noch auf Rang sieben unterwegs.
Leo Pichler / Alexander Tauscher hatten eine Durchfahrtsstrafe erhalten wegen der Aktion mit Robin Rogalski / Simon Connor Primm. Enrico Förderer / Jay Mo Härtling hatten sich auf Platz acht gefahren. Nico Hantke / Felice Jelmini und Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser lagen auf den Rängen zwölf und dreizehn. Die ersten fünf Fahrzeuge lagen dicht beieinander. Danach riss das Feld ein wenig ab. Leyton Fourie / Tim Zimmermann mussten sich harten Attacken gegenüber Juliano Holzem / Sandro Holzem erwehren. Es ging hier um Rang vier. An der Spitze hatten sich nach fünf Runden Felix Hirsiger / Finn Zulauf mit 1,271 Sekunden von ihren Kontrahenten absetzen können. Niklas Kalus / Kiano Blum die auf Platz zwei fuhren hatten nach vorne und hinten Luft.
Zwischenzeitlich hatten Baudouin Detout / Jamie Alon Day einen Dreher zu verzeichnen und waren bis auf den vorletzten Rang zurückgefallen. Einen Platz nach vorne gefahren hatten sich Victor Nielsen / Joseph Ellerine. Sie hatten Storm Gjerdrum / Fabio Rauer im Nacken sitzen. Im Verlauf der neunten Runde setzten sich Leyton Fourie / Tim Zimmermann neben Emil Gjerdrum / Max Reis. Am Ende der Start und Zielgeraden ging dann der BMW an dem Ford Mustang vorbei. Die Tabellenführer konnten sich auch sofort mit einigen Wagenlängen absetzen. Von alledem bekamen die Führenden nichts mit, denn sie bauten Runde um Runde ihren Vorsprung immer weiter aus. Zwischen Tim Hütter / Ethan Brown und Baudouin Detout / Jamie Alon Day kam es zu einer Berührung, in dem der Lamborghini zunächst quer stand und dann die Fahrt am Ende des Feldes wieder aufnahm.
Die Piloten von Comtoyou Racing versuchten unterdessen Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser zu attackieren. Die Gebrüder Holzem hatten immer noch keinen Weg gefunden an Emil Gjerdrum / Max Reis vorbeizugehen. Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser hatten nichts zu lachen, den der Druck der Aston Martin Piloten wurde immer stärker. Die Lamborghini Fahrer mussten absolute Kampflinie fahren. In den Kurven waren Baudouin Detout / Jamie Alan Day immer an den Österreichern dran. In der 15. Runde war der Lamborghini etwas auf Abwegen unterwegs. Mit aufgeblendeten Scheinwerfern versuchten die Comtoyopu Fahrer weiter Druck auszuüben. Nach 15 Runden öffnete das Boxenzeitfenster. Es kamen sofort Juliano Holzem / Sandro Holzem, Storm Gjerdrum / Fabio Rauer herein. Vier weitere Piloten vollzogen jetzt auch ihren Fahrerwechsel.
Unter ihnen war auch Gottfried Grasser, der das Lenkrad jetzt an Gerhard Tweraser übergab. Die Tabellenführer kamen nach 16 Runden zum Pflichtboxenstopp herein. Felix Hirsiger / Finn Zulauf und Niklas Kalus / Kino Blum blieben weiterhin draußen. Max Reis / Emil Gjerdrum bekamen eine Penaltylap weil sie zu schnell in der Boxengasse waren. Den Fahrerwechsel vollzogen Niklas Kalus / Kiano Blum nach 17 Runden. Die Reihenfolge geriet unterdessen erst einmal durcheinander. Nach 18 Runden mussten noch fünf Fahrzeuge in die Box kommen. Die Pole Setter kamen nach 19 Runden herein. Finn Zulauf / Felix Hirsiger kamen vor Kiano Blum / Niklas Kalus wieder auf die Strecke. Beim nächsten Umlauf übergab Leo Pichler das Steuer an Alexander Tauscher.
Zur gleichen Zeit waren auch Pavel Lefterov / Mark Kastelic in der Box. Letztere konnten vor den Piloten von razoon – more than racing wieder aus der Box gehen. Nachdem alle ihren Stopp absolviert hatten und die Reihenfolge wieder hergestellt war, führten Finn Zulauf / Felix Hirsiger vor Kiano Blum / Niklas Kalus und Tim Zimmermann / Leyton Fourie. Fabio Rauer / Storm Gjerdrum hatten alle Hände voll zu tun Jay Mo Härtling / Enrico Förderer in Schach zu halten. Hier ging es um Rang fünf. Joseph Ellerine / Victor Nielsen mussten sich harten Attacken gegenüber Mark Kastelic / Pavel Lefterov erwehren. Die hatten noch Alexander Tauscher / Leo Pichler im Schlepptau. Wenig später hatten Mark Kastelic / Pavel Lefterov zu viel riskiert. Man war in der Kurzanbindung zu weit rausgekommen und verlor dadurch gleich drei Plätze. Man war nun nur noch auf Platz zwölf unterwegs.
Im nachhinein erhielten Mark Kastelic / Pavel Lefterov noch eine Penaltylap wegen Blockierens von Alexander Tauscher / Leo Pichler. Von alledem bekamen die Führenden nichts mit, denn sie waren mit 3,721 Sekunden auf und davon gefahren. Um Platz neun war ein harter Kampf entstanden. Simon Connor Primm / Robin Rogalski führten eine Meute von drei Fahrzeugen an. Die ersten vier Autos hatten nach vorne und hinten genug Luft. Danach kämpften Fabio Rauer / Storm Gjerdrum rundenlang mit Jay Mo Härtling / Enrico Förderer. Zu diesen beiden gesellten sich jetzt auch noch Max Reis / Emil Gjerdrum. Nach 27 Runden mussten die BMW Fahrer dann die Mercedes Piloten ziehen lassen. Zu dieser Zeit stand noch eine viertel Stunde auf der Uhr bevor das Rennen abgewunken wurde.
Der Überholvorgang von Jay Mo Härtling / Enrico Förderer lag unter Beobachtung der Rennleitung. Nach 29 Runden erfolgte eine Full Course Yellow Phase. Eine Verwarnung erhielten Jay Mo Härtling / Enrico Förderer wegen Abdrängens von Fabio Rauer / Storm Gjerdrum. Fabio Rauer / Storm Gjedrum führten ein Trio an in denen Max Reis / Emil Gjerdrum und Alexander Tauscher / Leo Pichler hinter ihnen lagen. In den letzten acht Minuten ging es zwischen Alexander Tauscher / Leo Pichler und Simon Connor Primm / Robin Rogalski mächtig zur Sache. Hier ging es um die achte Position. Max Reis / Emil Gjerdrum auf Rang sieben erhielten drei Penaltylaps weil sie in der Full Course Yellow Phase zu schnell waren. Die Pole Setter fuhren an der Spitze ein einsames Rennen, denn der Vorsprung betrug zwischenzeitlich 6,636 Sekunden.
Gerhard Tweraser / Gottfried Grasser hatten sich nach vorne auf Rang neun gearbeitet. Joseph Ellerine / Victor Nielsen auf Platz zehn hatten Mark Kastelic / Pavel Lefterov im Schlepptau. Fabio Rauer / Storm Gjerdrum hatten in der letzen Runde immer noch Alexander Tauscher / Leo Pichler und Simon Connor Primm / Robin Rogalski im Nacken sitzen. Nach 39 Runden holten sich Finn Zulauf / Felix Hirsiger mit einem Vorsprung von 5,737 Sekunden den Sieg vor Kiano Blum Niklas Kalus. Leyton Fourie / Tim Zimmermann und Sandro Holzem /Juliano Holzem überquerten die Ziellinie auf den Rängen drei und vier. Gerhard Tweraser / Gottfried Grasser, Jay Mo Härtling / Enrico Förderer und Felice Jelmini / Nico Hantke wurden auf den Plätzen neun, fünf und 16 abgewunken.
Felix Hirsiger (Liqui Moly Team Engstler): „Wir sind sehr glücklich. Wir haben wirklich alles aus dem Auto herausgeholt, was möglich war. Ich hatte einen guten Start und wusste, die ersten zehn bis zwanzig Minuten des Rennens werden entscheidend sein, um am Ende etwas Puffer zum Schonen der Reifen zu haben.“
Finn Zulauf (Liqui Moly Team Engstler): „Der Reifenverschleiß ist bei diesen Temperaturen extrem, deshalb habe ich in meiner Hälfte versucht, den Sieg sicher ins Ziel zu bringen. Dass wir die Meisterschaft jetzt wieder anführen ist ein gutes Gefühl. Ich mag es, der Gejagte zu sein. Wirklich wichtig ist uns aber, nach dem letzten Saisonrennen oben in der Tabelle zu stehen.“
Niklas Kalus (Haupt Racing Team): „Es ist eine sehr große Erleichterung, wieder auf dem Podium zu stehen. Wir sind alle extrem glücklich. Als mir nach dem Qualifying gesagt wurde, dass ich Dritter bin, konnte ich es kaum glauben, weil niemand von uns damit gerechnet hat, so weit vorne zu stehen. Am Start wollte ich diesmal unbedingt eine Position gewinnen und das ist mir gelungen. Von da ab haben Kiano und ich jede Runde gepusht, aber Platz eins war zu weit weg. Vielen Dank an HRT, die über Nacht nochmal das komplette Setup geändert und das Podium so möglich gemacht haben.“
Leyton Fourie (FK Performance Motorsport): „Der Start war ein bisschen knifflig, weil die Außenlinie noch dreckig von den Trucks zuvor war. Ich habe es aggressiv versucht, um vielleicht noch eine Chance in Richtung des Lamborghini zu erhalten. Das ging leider nach hinten los und beide Ford gingen vorbei. Als der Ford einen Fehler gemacht hat, konnte ich wieder vorbeigehen, aber mehr war nicht möglich. Wir haben mit diesem dritten Rang das Maximum heute für die Meisterschaft herausgeholt.“
Das Ausfahren der Startpositionen für zweiten Lauf an diesem Wochenende nahmen die Piloten am Sonntagmorgen in Angriff. Dir Zeiten gegenüber dem ersten Zeittraining wurden schneller. Bei angenehmen 20 Grad Lufttemperatur gingen die Starter des ADAC GT Masters hinaus auf die Strecke.. Es entwickelte sich ein Hin und Her zwischen Jamie Alon Day / Baudouin Detout und den nun Zweitplatzierten Kiano Blum / Niklas Kalus. Die Piloten von Comtoyou Racing holten sich die erste Pole Position im ADAC GT Masters nach sieben Runden mit einer Zeit von 1:24,834 Minuten. Den Ford Piloten fehlten letztlich beim Heimspiel ihres Haupt Racing Teams im Ford Mustang GT3 0,335 Sekunden zur Bestzeit. Ein Ausrufezeichen setzte Gaststarter SR Motorsport by Schnitzelalm. Der amtierende ADAC GT4 Champion Jay Mo Härtling / Enrico Förderer fuhren im Mercedes-AMG GT3 die drittschnellste Zeit mit 0,443 Sekunden Rückstand.
Ebenfalls Eindruck machte Alexander Tauscher der sich das Cockpit mit Leo Pichler teilt in seinem allerersten ADAC GT Masters-Qualifying. Der Rookie fuhr im Porsche mit 0,519 Sekunden Rückstand auf Startplatz vier. Die Top-5 komplettierten Max Reis / Emil Gjerdrum ein weiterer Ford Mustang aus dem Hause HRT. Ihnen fehlten 0,593 Sekunden zu Jamie Alon Day / Baudouin Detout. Finn Zulauf / Felix Hirsiger und Sandro Holzem / Juliano Holzem stehen in der dritten und vierten Startreihe. Tim Zimmermann /Leyton Fourie werden das Rennen von Rang sieben aus aufnehmen. Gerhard Tweraser / Gottfried Grasser und Felice Jelmini / Nico Hantke mussten sich mit den Startpositionen neun und dreizehn zu frieden geben.
Jamie Alon Day (Comtoyou Racing): „Ich bin unglaublich glücklich. Nicht nur für mich, sondern vor allem für das gesamte Team. Sie arbeiten so hart und die Ergebnisse haben das bis jetzt nicht widergespiegelt. Wir haben so gekämpft, um wieder an die Spitze zu kommen und das Lob gilt wirklich den Jungs. Es gibt eigentlich keinen Plan für das Rennen, außer vorne wegzufahren, einen Vorsprung herauszufahren und ihn für den Rest des Rennens zu halten.“
Auch der zweite Lauf an diesem Wochenende fand am Sonntagnachmittag bei bestem Sommerwetter statt. Nach den zwei Einführungsrunden konnten die Pole Setter den fliegenden Start für sich verbuchen und führten weiterhin das Feld an. Unterdessen wurden Kiano Blum / Niklas Kalus schon von Jay Mo Härtling / Enrico Förderer bedrängt. Die Mercedes Piloten mussten aber wenig später zurück stecken. Max Reis / Emil Gjerdrum versuchten nun Jay Mo Härtling / Enrico Förderer unter Druck zu setzen. Nach der ersten Runde führten weiterhin Jamie Alon Day / Baudouin Detout vor Kiano Blum / Niklas Kalus und Jay Mo Härtling / Enrico Förderer. Zunächst fuhren sie wie an der Perlenschnur aufgezogen hintereinander her.
Im Verlauf der zweiten Runde setzten Alexander Tauscher / Leo Pichler Max Reis / Emil Gjerdrum unter Druck. Zwischenzeitlich wurde jetzt hart um jede Position gekämpft. Die ersten beiden hatten sich ein wenig vom Feld abgesetzt. Finn Zulauf / Felix Hirsiger auf Rang sechs hatten gleich fünf Fahrzeuge im Schlepptau. Tim Zimmermann / Leyton Fourie hatten alle Hände voll zu tun sich Sandro Holzem / Juliano Holzem in Schach zu halten. An der Spitze hatten sich die Pole Setter einen Vorsprung von 1,164 Sekunden herausgefahren. Simon Connor Primm / Robin Rogalski hatten Gerhard Tweraser / Gottfried Grasser niedergerungen und sich auf Rang neun gefahren. Danach fielen auch noch Fabio Rauer / Storm Gjerdrum über die Gaststarter her und zogen vorbei. Damit hatte man in einer Runde gleich zwei Plätze verloren.
Jay Mo Härtling / Enrico Förderer auf Platz drei konnten sich nicht von Max Reis / Emil Gjerdrum und Alexander Tauscher / Leo Pichler befreien. Einen harten Kampf um Rang zwölf lieferten sich John Paul Southern / Jonas Karklys und Mark Kastelic / Pavel Lefterov. Mit aufgeblendeten Scheinwerfern waren die Porsche Piloten unterwegs. Von alledem bekamen die Führenden nichts mit, denn sie hatten ihren Vorsprung in der Zwischenzeit auf 1,933 Sekunden ausgebaut. Die ersten drei hatten nach vorne und hinten genug Luft. Rundenlang kämpften die Gebrüder Holzem mit Simon Connor Primm / Robin Rogalski um Platz acht. Genauso hart ging es in dem Duell Max Reis / Emil Gjrerdrum und Alexander Tauscher / Leo Pichler zu. Hier ging es um Rang vier.
Nach 15 gefahrenen Runden öffnete das Boxenzeitfenster. Als Erste kamen Tim Zimmermann / Leyton Fourie herein. Alle anderen blieben noch draußen auf der Strecke. Joseph Ellerine / Victor Nielsen vollzogen ihren Stopp nach 16 Runden. Alexander Tauscher / Leo Pichler hatten es jetzt endlich geschafft Max Reis / Emil Gjerdrum niederzuringen und sich auf Rang vier zu fahren. Danach vollzogen Max Reis / Emil Gjerdrum und auch Finn Zulauf / Felix Hirsiger ihren Stopp. Felix Hirsiger / Finn Zulauf lagen unter Beobachtung der Rennleitung weil man Emil Gjerdrum / Max Reis ausgangs der Boxengasse blockiert hatte. Dafür erhielt man eine Strafe von einer Penaltylap. Die ersten drei blieben weiterhin auf der Strecke. Die Reihenfolge geriet erst einmal durcheinander.
Die Pole Setter hatten einen Vorsprung von 4,700 Sekunden herausgefahren. Nach 21 Runden vollzogen sie ihren Boxenstopp. Auch die letzten fünf Fahrzeuge kamen zum Fahrerwechsel herein. Nachdem alle ihren Stopp hinter sich gebracht hatten, führten weiterhin Baudouin Detout / Jamie Alon Day vor Niklas Kalus / Kiano Blum und Enrico Förderer / Jay Mo Härtling. Die Pole Setter waren unterdessen schon wieder mit 2,552 Sekunden auf und davon gefahren. Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser auf Platz sechs mussten sich mit Emil Gjerdrum / Max Reis auseinander setzen. Zu diesen beiden gesellten sich jetzt auch noch Juliano Holzem / Sandro Holzem. Die gestrigen Sieger versuchten sich nun Robin Rogalski / Simon Connor Primm zurecht zu legen. Hier ging es um Position neun.
In den letzten zwanzig Minuten hatten die Gebrüder Holzem sich an Emil Gjerdrum / Max Reis vorbeigedrängt und sich damit auf Rang sieben gefahren. Dies konnten Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser nutzen und sich ein wenig absetzen. Es dauerte aber nicht lange und sofort waren die beiden Verfolger wieder an den Lamborghini Piloten dran. Die Gaststarter konnten sich im Bereich Veedol Schikane gegenüber ihren Verfolgern durchsetzen. Wenig später reichte der Bremsweg nicht mehr aus und Juliano Holzem / Sandro Holzem trafen die Heckpartie von Emil Gjerdrum / Max Reis. Danach war man bis auf Platz elf zurückgefallen. An der Spitze fuhren fast alle die gleichen Rundenzeiten. Die BMW Piloten erhielten eine Penaltylap wegen der Aktion mit den Ford Mustang Fahrern.
Die ersten fünf waren auf und davon gefahren. Sie hatten alle nach vorne und hinten genug Luft. Danach führten Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser auf Platz sechs eine Truppe von vier Fahrzeugen an. In den letzten zehn Minuten waren Emil Gjerdrum / Max Reis des öfteren etwas im Dreck unterwegs. Dies konnten Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser nutzen und sich etwas von ihren Verfolgern befreien. Storm Gjerdrum / Fabio Rauer konnten kurzfristig an Felix Hirsiger / Finn Zulauf vorbeigehen. Der Gegenkonter kam aber sofort und die Lamborghini Piloten konnten mit Überschuss ihre neunte Position wieder zurück erobern. In der Schlussphase hatten sich Leo Pichler / Alexander Tauscher mit 0,601 Sekunden an Enrico Förderer / Jay Mo Härtling herangefahren. Hier ging es um den letzten Platz auf dem Siegerpodest.
In den letzten drei Minuten mussten Niklas Kalus / Kiano Blum noch hart um ihren zweiten Rang kämpfen, denn die Gaststarter hingen ihnen im Heck. Die Ford Mustang Piloten konnten sich wieder dadurch befreien, weil Ende Start und Ziel Leo Pichler / Alexander Tauscher Enrico Förderer / Jay Mo Härtling arg in Bedrängnis brachten. Zur gleichen Zeit hatten Storm Gjerdrum / Fabio Rauer sich an Robin Rogalski / Simon Connor Primm vorbeigedrängt und nahmen damit Platz neun ein. Die Pole Setter holten sich nach 39 Runden ihren ersten Sieg, gefolgt von Niklas Kalus / Kiano Blum und Enrico Förderer / Jay Mo Härtling. Leo Pichler / Alexander Tauscher und Leyton Fourie / Tim Zimmermann sahen das Ziel auf den Rängen vier und fünf. Gottfried Grasser / Gerhard Tweraser kamen als Sechste ins Ziel.
In der Meisterschaft führen nun Felix Hirsiger / Finn Zulauf mit 147 Punkten vor Leyton Fourie / Tim Zimmermann mit 146 und Kiano Blum / Niklas Kalus mit 112 Punkten. In der Road to DTM-Wertung liegt Leyton Fourie mit 171 Zähler auf Rang eins, gefolgt von Finn Zulauf mit 168 und Kino Blum mit 137 Zähler. Die Silver Cup-Wertung führen Fekix Hirsiger / Finn Zulauf mit 147 Punkten an. Platz zwei und drei nehmen Leyton Fourie / Tim Zimmermann mit 146 und Kiano Blum / Niklas Kalus mit 113 Punkten ein. FK Performance Motorsport hat in der Team-Wertung mit 226 Zähler die Nase vorne. Dahinter liegen Haupt Racing Team mit 187 und Engstler Motorsport mit 186 Zähler.
Baudouin Detout (Comtoyou Racing): „Ich freue mich so sehr für das Team und danke ihnen und Aston Martin für diesen Sieg. Das Auto war wirklich super. Die letzten Runden waren die längsten meines Lebens. Ich habe nur versucht, nicht zu viel Druck zu machen und die Emotionen nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.“
Jamie Alon Day (Comtoyou Racing): „Ich bin extrem glücklich. Das Team hat von Saisonbeginn an so hart gearbeitet und das hat sich in den Ergebnissen leider nicht immer widergespiegelt. Heute Pole-Position und Sieg einzufahren – besser hätte es nicht laufen können.“
Kiano Blum (Haupt Racing Team): „Ich bin sehr glücklich über den Ausgang des Rennens und das Wochenende generell. Startplatz zwei ist hier nicht unbedingt ein Vorteil, aber es ist mir gelungen, die Position am Start zu halten. Dass wir den Aston Martin heute nicht holen können, war uns recht schnell klar. Deshalb habe ich versucht, die Reifen zu managen und sie Niklas so gut wie möglich zu übergeben. Am Ende wurde es nochmal richtig knapp, aber zum Glück hat es für uns gereicht.“
Jay Mo Härtling (SR Motorsport by Schnitzelalm): „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das mir direkt das Podium gelungen ist. Das Team hat super Arbeit geleistet, denn das Auto fühlte sich sehr gut an und ich habe mich sehr wohlgefühlt. Mein Ziel war sogar, noch einen Platz nach vorne zu kommen, dadurch wurde es nach hinten eng. Der Porsche hat ordentlich gedrückt, aber ich konnte die Position zum Glück halten.“