Tödlicher Unfall beim 24h Qualifiers
- Hauptkategorie: Sonstige Rennen
- 24h Rennen
- 21. April 2026
- Cornelia Simon
- Zugriffe: 19
NLS 4 + 5 vor: In der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie gibt es keine Zeit zu Verschnaufen. Nur eine Woche nach dem dritten Lauf steht mit den ADAC 24h Nürburgring Qualifiers (17.-19. April) die Rennen vier und fünf auf dem Programm. Der Prolog zu den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring zählt zum dritten Mal in Folge zur Wertung des traditionsreichen Nordschleifen Championats. Angeführt von Max-Verstappen gehen nicht weniger als 37 GT3-Boliden an den Start und versprechen packenden Sport in der Grünen Hölle. Dabei steigen langjährige NLS-Piloten in die höchste Kategorie auf und auch im Mittelfeld der 122 Starter gibt es einige Neuigkeiten.

Nicht weniger als 37 GT3-Fahrzeuge sind bei den Qualifiers mit von der Partie. Hinzu kommt der BMW M3 Touring 24h in der Klasse SP-X. In der Teilnehmerliste sticht ein Name erneut hervor, der internationale Aufmerksamkeit verspricht: Max Verstappen. Der vierfache Formel-1-Weltmeister kehrt nach einem Rennen Pause auf die Nürburgring-Nordschleife zurück. Im Mercedes-AMG GT3 des Mercedes-AMG Team Verstappen Racing wechselt er sich diesmal mit Lucas Auer ab. Debütanten in der SP9 sind bei den Rennen vier und fünf der BMW Z4 GT3 von Saugmotoren Motorsport | 3M, ein Mercedes-AMG GT3 von SR Motorsport by Schnitzelalm, ein McLaren 720s-GT3 von Dörr Motorsport sowie drei Porsche 911 GT3 R, die von PK Motorsport x Lionspeed, High Class Racing und Mühlner Motorsport powered by H&R eingesetzt werden.

Starke Besetzung: GT4, Cup-Klassen und seriennahe Duelle sorgen für Zündstoff
Die Qualität des Starterfeldes gilt bei den 24h Qualifiers nicht nur für die Spitze. In SP10 (SRO‑GT4) sind elf Fahrzeuge von vier Herstellern angekündigt. Hier duellieren sich mit BMW M4 GT4, Mercedes‑AMG GT4, Porsche 718 Cayman GT4 und Toyota GR Supra GT4 hoch attraktive Fahrzeuge. Und da es in den beiden Rennen des Wochenendes auch um wertvolle Punkte für die NLS geht, sind auch die Cup-Klassen gut besetzt. Das gilt etwa für die Porsche 911 GT3 Cup (992) und 718 Cayman GT4 Clubsport aus der Porsche Endurance Trophy, die für enge Fights und spannende Rennen bekannt sind. Bei den Serienwagen sind es die Starter der beiden „kleinen“ VT2-Kategorien, die für Furore sorgen werden – jeweils neun Fahrzeuge mit Front- / Allradantrieb (VT2 Front) bzw. Hecktriebler (VT2 Heck) sind hier gemeldet. Für viele verkörpern gerade sie den echten Spirit der 24h und sind die Seele im bunten Multiclass-Feld auf der Nordschleife. Zehn Nennungen liegen in der BMW M240i-Klasse vor, die damit die stärkste der drei sortenreinen Rennklassen für die Tourenwagen aus München sein wird.

Qualifying 1
Das Qualifying zum ersten Rennen bei den ADAC 24h Nürburgring Qualifiers bescherte Fans und Aktiven ein wenig Zusatz-Aufregung. Denn rund eine Viertelstunde nachdem die Teams bei besten äußeren Bedingungen am Vormittag das Qualifying begonnen hatten, zeigte die Rennleitung bereits die Rote Flagge: Der Aston Martin Vantage AMR GT3 EVO #39 hatte im Bereich Fuchsröhre einen Abflug, der für reichlich defekte Leitplanken sorgte. Für die notwendigen Reparaturarbeiten wurde die Session für rund 40 Minuten unterbrochen, sodass am Ende 70 Restminuten verblieben, um die Bestzeit zu setzen. Schnellste waren mit 8:09.488 Min. die Pro-Am-Piloten Anzal Zsigo / Moritz Kranz / David Jahn im BMW M4 GT3 Evo #23. Neben den Polesittern startet aus Reihe 1 mit Kenneth Heyer / Jay Mo Härtling / Jannes Fittje im Mercedes-AMG GT3 #11 ein weiteres Pro-Am-Team. Reihe zwei teilen sich Nirei Fukuzumi / Naoya Gamo / Jesse Krohn / David Pittard (Mercedes-AMG GT3 #47) und Patrick Assenheimer / Tobias Müller / Dylan Pereira (Porsche 911 GT3 R (992) Evo 26).

#11 Heyer / Härtling / Fittje (Mercedes-AMG GT3)
10:44 Uhr Janis Fittje: „Wir hatten gestern schon guten Testtag und jetzt ein bisschen Glück. Ist ja immer so eine Sache auf der Nordschleife. Aber es ist schon wild da draußen, wenn dann alle nach einer Roten Flagge rausfahren und alle eine Zeit setzen wollen. Jetzt schauen wir mal, ob wir dann auch auf Platz zwei bleiben. Aber ich würde es dem Team wünschen, denn die haben es verdient. Sie arbeiten wirklich hart. Wir haben jetzt nicht das Ultra Budget wie die ganzen Werksteams, aber mit Leidenschaft wiegen wir das Ganze auf.“

Renn 1
Bulletin der Rennleitung
Beim ersten Rennen der ADAC 24h Nürburgring Qualifiers (18. April 2026) gab es in der Startphase einen schweren Unfall mit sieben beteiligten Teilnehmern. Nach der Kollision mehrerer Fahrzeuge unterbrach die Rennleitung den Lauf unverzüglich um die umfangreichen Bergungs- und Rettungsmaßnahmen zu ermöglichen.
Trotz der unmittelbar eintreffenden Hilfe konnten die Notfallmediziner nach der erfolgten Bergung aus dem Fahrzeug den beteiligten Pilot Juha Miettinen (BMW 325i, #121) nicht retten, der Fahrer verstarb im Medical Center, nachdem alle Reanimationsversuche erfolglos blieben.

Die weiteren beteiligten sechs Piloten wurden zur vorsorglichen Untersuchung in das Medical Center sowie umliegende Krankenhäuser gebracht. Es besteht für keinen der Verletzten Lebensgefahr.
Das Rennen wurde am Samstagabend nicht wieder aufgenommen. Die Gedanken aller Beteiligten bei den 24h Nürburgring sind bei den Hinterbliebenen von Juha Miettinen.
Im Rahmen der Startaufstellung für das Sonntagsrennen um 13:00 Uhr wird es eine Gedenkminute für den verstorbenen Motorsportler geben.

Qualifying 2
In den letzten Minuten des Qualifyings für das Sonntagsrennen bei den ADAC Nürburgring 24h Qualifiers purzelten noch einmal die Zeiten. Nachdem die Session am Morgen bei noch feuchter Strecke begann, trocknete die Piste im Laufe des Qualifyings immer weiter ab, sodass die Bedingungen sich deutlich verbesserten. Es war schließlich Christian Krognes, der im Walkenhorst-Aston Martin Vantage AMR GT3 in 8:18.515 Min. #34 die Bestzeit fuhr. Er war 2,168 Sekunden schneller als Alessio Picariello (BEL) im Dunlop-Porsche 911 GT3 R #17.

Max Verstappen
Max Verstappen: „Für mich ist das ein wichtiges Wochenende, auch um Lukas ein bisschen zu unterstützen. Er saß von uns allen bisher am wenigsten im Auto, deshalb ist es wichtig, ihn innerhalb der Gruppe auf Speed zu bringen. Das Auto funktioniert echt super. Gleichzeitig lerne ich selbst noch dazu, was das Setup angeht – wir probieren immer noch Kleinigkeiten aus, um noch mehr Pace zu finden. Die anderen Teams arbeiten ja auch an ihrem Finetuning und der Balance, und genau das versuchen wir eben auch. Hoffentlich passt dann alles für das Hauptrennen. Heute geht es einfach um mehr Rennerfahrung und darum, noch vertrauter mit dem Auto zu werden. Auch die Bedingungen muss man sich anschauen: Wir sind jetzt im Nassen gefahren, hoffentlich wird es später trocken. Aber es könnte immer noch nasse Stellen geben, wo das Gras feucht ist – man muss also beim Überholen abseits der Ideallinie ein bisschen vorsichtig sein. Für mich ist es gut, einfach alle Bedingungen mal mitzunehmen. Ich wollte hier schon seit einer ganzen Weile an den Start gehen. Ich habe viel Langstreckensport verfolgt, und das hier ist definitiv eines der „härtesten“ Rennen, die es gibt. Jetzt, wo ich zum ersten Mal die Chance dazu habe, bin ich natürlich sehr gespannt, wie das Ganze laufen wird.“

Top-Qualifying 2
Im Top-Qualifying, das beim zweiten Rennen der ADAC 24h Nürburgring Qualifiers über die Startplätze entschied, setzte der Ferrari 296 GT3 Evo26 von REALIZE KONDO RACING with Rinaldi ein Ausrufezeichen: Mit einer Rundenzeit von 8:10,275 Minuten sicherte sich Thierry Vermeulen die Pole-Position. Der Vorsprung war dabei historisch knapp: Nur eine einzige Tausendstelsekunde trennte ihn vom zweitplatzierten BMW M4 GT3 von Gamota Racing (8:10,276 Min.). Startfahrer Dennis Marschall konnte die Spitzenposition nach dem Erlöschen der Ampeln zunächst behaupten und kämpfte in der Spitzengruppe, doch das Schicksal schlug nach rund 40 Minuten gnadenlos zu. Bei einem Überholvorgang ausgangs Brünnchen kollidierte der Ferrari mit einem zu überrundenden Fahrzeug und strandete im Kiesbett.
Rennen 2
In der ersten Rennhälfte lebte an der Spitze des Feldes zudem der packende Zweikampf zwischen Christopher Haase im Scherer-Audi und Max Verstappen im Mercedes-AMG GT3 erneut auf, der wie ein direktes Abziehbild ihres Duells von NLS2 wirkte. Haase genoss den erneut sehr respektvollen Schlagabtausch, räumte jedoch ein, dass er sich diesmal aufgrund mangelnder Balance und Übersteuern bei den kalten Bedingungen deutlich schwerer tat. Auch wenn die Action laut Steve Buschmann, Teammanager von Verstappens Einsatzteam Winward, für ordentlich Adrenalin am Kommandostand sorgte, gab man Verstappen die klare Anweisung „no risk, take it easy“, um die Zielankunft nicht zu gefährden. Nach 90 Minuten steuerte Verstappen jedoch in Führung liegend unplanmäßig die Box an, wo ein Schaden am vorderen Splitter festgestellt wurde. „Wir haben das Auto aus Sicherheitsgründen reingeholt, damit nichts Schlimmeres passiert, und nutzen die restliche Zeit des heutigen Rennens als Testeinsatz“, so Buschmann. Lucas Auer hatte so die Möglichkeit, wertvolle Rennkilometer im dichten Verkehr zu sammeln.
Beim fünften Rennen der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie sicherte sich das Team Scherer Sport PHX den Gesamtsieg. Im Audi R8 LMS GT3 evo II fuhren Christopher Haase, Alexander Sims und Ben Green nach 28 Runden auf Platz eins über die Ziellinie. Auf dem zweiten Rang folgte der Lamborghini Huracan GT3 EVO2 vom Red Bull Team ABT mit den Fahrern Luca Engstler, Mirko Bortolotti und Patric Niederhauser. Das Podium komplettierten Thomas Preining und Matt Campbell, die den Porsche 911 GT3 R von Manthey auf Platz drei pilotierten. Die Top 5 wurden durch das Mercedes-AMG Team RAVENOL im Mercedes-AMG GT3 auf Rang vier sowie ROWE RACING im BMW M4 GT3 auf dem fünften Platz abgerundet.

Die Freude beim siegreichen Audi-Team war nach dem Erfolg entsprechend groß. Christopher Haase bilanzierte zufrieden: „Ganz wichtig heute war natürlich das Feedback für das 24-Stunden-Rennen. Dass wir am Ende ganz oben stehen, ist ein schöner Bonus, aber die Arbeit am Setup stand im Vordergrund“. Sein Teamkollege Ben Green ergänzte: „Das Auto fühlte sich über die gesamte Distanz konstant an. Wir konnten den Vorsprung in der Schlussphase gut verwalten“.
AMC Duisburg 1950 e. V.
Mit an dem Start zu den beiden Läufen der ADAC 24h Nürburgring Qualifiers die zur NLS Meisterschaft zählt, waren Michael Bohrer und Kenneth Heyer. Für das Team SR Motorsport by Schnitzelalm pilotierte er einen Mercedes-AMG GT3 zusammen mit Jay Mo Härtling und Jannes Fittje in der Klasse SP 9 Pro-AM. Mit einer Rundenzeitvon 8:11.518 auf der Gesamtstrecke aus Nordschleife + GP-Kurs mit einer Länge von 25378 Meters belegte er Startplatz 2.

Michael Bohrer (AMC Duisburg) pilotierte mit Pascal Fritsche einen VW Golf GT1 8.5 in der Klasse VT2-Front. Mit einer Zeit 9:37.670 Minuten stellte das Team FS Motorsport den VW auf P 77 in der Gesamtwertung und auf P2 in der Klasse. Das Rennen wurde, wie hier berichtet, auf Grund des tödlichen Unfalls nicht wieder gestartet und nicht gewertet.
Am Sonntagmorgen fand dann das Qualifying 2 statt. Michael Bohrer fuhr den Golf auf Startplatz 1 in der Klasse und auf Rang 59 in der Gesamtwertung der 108 Starte.r Im Rennen verbesserte er sich bis auf Platz 51 verlor aber in der Klasse eine Position und beendete das Rennen auf P 2 in der Klasse.

Trotz aller sportlichen Höhepunkte stand der Sonntag im Zeichen der Trauer um Juha Miettinen. Der finnische Pilot war am Samstag bei einer Massenkollision in der Startphase des ersten Laufs in seinem BMW 325i (#121) tödlich verunglückt. Vor dem Start am Sonntag vereinte eine hochemotionale Schweigeminute die Fahrer, Teams und Fans in der Startaufstellung. Der Nürburger Pfarrer Klaus Kohns fand in seiner Ansprache bewegende Worte: „Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft, die wir mitnehmen können aus diesen Tagen: Dass wir zusammengehören und füreinander da sind – gerade in der Not“. Es war ein Moment der tiefen Solidarität, der die Motorsport-Gemeinschaft rund um den Nürburgring eng zusammenrücken ließ und daran erinnerte, dass die menschliche Verbundenheit in solch dunklen Stunden weit über den sportlichen Wettbewerb hinausgeht.

Die Qualifiers waren die Generalprobe für die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring vom 14. bis 17. Mai, bei denen die NLS-Teams einen Großteil des Starterfelds stellen. Die 1. ADAC Eifel Trophy eröffnet am 20. Juni die zweite Saisonhälfte in der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie.
