Vierter Saisonsieg für Uwe Alzen

In den kommenden Wochen geht es für die Spezial Tourenwagen Trophy Schlag auf Schlag. Im Rhythmus von zwei Wochen stehen gleich drei Meisterschaftsläufe auf dem Programm. Den Anfang macht das ADAC Racing Weekend vom 17. bis 19.September in Hockenheim. Dort stehen die Läufe fünf und sechs auf dem Plan. In der Meisterschaft führt zur Zeit Ralf Glatzel mit 81,3 Punkten vor Max Frederik Gruhn mit 76,6 und Stefan Schäfer mit 72,2 Punkten.

Insgesamt zehn Marken gehen in der Division 1 an den Start vom Donkervoort bis zum GT3 Audi, werden auf dem Hockenheimring zu sehen sein. Die Riege führt Uwe Alzen mit seinem Audi R8 GT3 Evo an. Der Titelverteidiger möchte auf der badischen GP Rennstrecke seinen nächsten Doppelpack folgen lassen. Fehler darf sich der langjährige Profi-Pilot jedoch keine erlauben. Denn die Konkurrenz lauert nur darauf. Auf seiner Haus und Hof Strecke ist vor allem Jürgen Bender mit seiner Corvette C7 GT3.R eine Macht. Der Neckarsulmer bewies beim Auftakt in Oschersleben, dass er sofort in die Bresche springen würde. Ulrich Becker nimmt mit seinem neuen Porsche 991 GT3 R ebenso immer mehr an Fahrt auf. Ebenso konnte Stefan Wieninger bei seinem ersten Auftritt im Audi R8 GT3 Evo beim letzten Lauf in Assen überzeugen. Ebenfalls nicht zu vergessen sind Henk Thuis (Pumaxs RT) und Josef Klüber (Mercedes AMG GT3). l

Die Liste von potenziellen Podiumskandidaten lässt sich noch weiter fortsetzen. So dürfte Jürgen Azen mit seinem Power-Ford GT sicherlich eine gewichtige Rolle spielen. Bereits Anfang des Jahres war Rupert Atzberger mit seinem KTM X-Bow GTX im Rahmen der GT2 European Series in Hockenheim am Start. Durchaus ein Vorteil im engen Kampf um die Plätze in der stark besetzten Division 1. Erstmals wird Dietmar Haggenmüller ins Volant seines Lamborghini Huracan GT3 greifen. Dazu wird Michael Golz, in Oschersleben erstmals auf dem STT Podest, mit seinem Lamborghini Huracan Trofeo starten. Nach längerer Pause kehrt zudem Martin Zander zurück, der einen wieder frisch aufgebauten Mercedes SLS AMG GT3 steuern wird. Aus dem Porsche-Lager kommen noch Rolf Rummel (Porsche 996 Turbo), Jörg Lorenz (Porsche dp 935) und Klaus Horn (Porsche 991 GT3 R). Dazu wird Berthold Gruhn seinen Audi R8 LMS an den Start bringen, während Uwe Lauer seinen Ferrari 488 Challenge einsetzt. Der Exot im Feld der ganzen PS-Riesen ist Johannes Kreuer, der seinen Donkervoort D8R pilotieren wird.

In der Division 2 teilten sich zuletzt Thomas König (Porsche 991.1 GT3 Cup) und Max Frederik Gruhn (Audi RS3 LMS) die Siege. In Hockenheim ist wieder Ralf Ott (KTM X-Bow GT4) als starker Gegner mit von der Partie. Zudem wird Nils Bartels erstmals einen Porsche 991.1 GT3 Cup in der STT fahren. In Assen schnell unterwegs war Stefan Schäfer (VW Golf GTI Cup), der in Hockenheim noch auf Edy Kamm im Seat Cupra TCR trifft. Die Division 3 hat Ralf Glatzel (Ford Fiesta ST) bisher gut im Griff. Er trifft auf Nick Deissler, Dominik Gruhn, Steffen Schwan (alle Ford Fiesta ST) und Lucas Baude (Mini Cooper S).


Von 16.20 Uhr bis 16.50 Uhr stand am Freitagnachmittag für die Protagonisten das freie Training auf dem Zeitplan. 22 Fahrzeuge nahmen dieses unter die Räder. Nach den dreißig Minuten hatte sich Uwe Alzen (HR Spezialfedern GmbH Co KG) mit fünf Runden und einer Zeit von 1:39,888 Minuten in Szene gesetzt, gefolgt von seinem Bruder Jürgen Alzen (ebenfalls HR Spezialfedern GmbH Co KG) und Jürgen Bender. Ralf Glatzel aus der Division 3 der auch die Tabelle anführt musste sich mit Platz 19 zufrieden geben. Er war in seiner Division der Schnellste. Der beste aus der Division 2 war Max Frederik Gruhn auf Rang dreizehn. Stefan Schäfer der Dritte in der Meistershaft lag auf Platz 17.


Am Samstag stand dann das erste Zeittraining an, in dem die Startaufstellung für den Lauf am Nachmittag ausgefahren wird. Gegenüber gestern konnten Zeitverbesserungen erreicht werden. Von der Pole-Position wird Uwe Alzen starten. Er hatte für alle anderen nach zwei Runden eine Zeit von 1:37,969 Minuten gefahren. Hinter ihm werden Jürgen Bender und sein Bruder Jürgen ins Rennen gehen. Ralf Glatzel musste sich mit der elften Startreihe zufrieden geben. Vor ihm startet Stefan Schäfer. Max Fredrik Gruhn nimmt das Rennen von Position 17 aus auf.


An der Vormachtstellung von Uwe Alzen gab es auf dem Hockenheimring nichts zu rütteln. Der Titelverteidiger feierte mit 19,868 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei einen lupenreinen Start- und Ziel-Sieg. Dahinter war es Jürgen Alzen, der sich mit einem starken Start auf die zweite Position setzte. Nachdem der Ford-Pilot beim letzten Lauf in Assen bereits nach der Einführungsrolle ausgerollt war, gab es in Hockenheim keinen Zweifel an Platz zwei. Jürgen Bender (Corvette C7 GT3-R), im Quali noch auf Platz zwei, konnte das Tempo des Zweitplatzierten nicht mitgehen. Als das Rennen 25 Minuten vorzeitig abgebrochen werden musste, hatte sich Jürgen Alzen bereits über 20 Sekunden Abstand auf Rang drei erarbeitet.

Den dritten Rang sicherte Stefan Wieninger, der bereits in Assen einen guten Eindruck hinterlassen hatte. Der Corvette von Jürgen Bender konnte Wieninger nach einigen Runden nicht mehr ganz folgen. Als der Neckarsulmer beim Überrunden in den Dreck kam und sich drehte, war Wieninger zur Stelle. Seine zweite Podiumsplatzierung im dritten Rennen brachte der Audi-Pilot souverän über die Zeit. Jürgen Bender gaste zwar noch einmal an, aber an Josef Klüber (Mercedes AMG GT3) kam der Corvette-Pilot nicht mehr vorbei. Dahinter lieferten sich UIlrich Becker (Porsche 991 GT3 R) und Henk Thuis (Pumaxs RT) ein rundenlanges Duell, welches der Marler knapp für sich entschied. Ein starkes Comeback feierte Martin Zander, der in Hockenheim erstmals wieder in einem Mercedes SLS AMG GT3 unterwegs war. Von der Boxengasse aus nachgestartet, arbeitete sich der Pfälzer nach vorne und landete auf einem starken achten Platz vor Michael Golz (Lamborghini Huracan Trofeo).

Als Sieger der Division 2 gab Nils Bartels im Porsche 991.1 GT3 Cup eine gelungene Premiere in der STT. Als Gesamtzehnter sah der Porsche-Pilot das schwarz-weiß karierte Tuch. Thomas König (Porsche 991.1 GT3 Cup) konnte das Tempo nicht ganz mitgehen. An seinem zweiten Platz in der Division 2 gab es dennoch nichts zu deuteln. Spannung bot der Kampf um den letzten Podestplatz. Anfangs lag hier Stefan Schäfer (VW Golf GTI Cup) in Front. Dahinter drückten Edy Kamm (Seat Leon TCR) und Max Frederik Gruhn (Audi RS3 LMS TCR). Kurzzeitig kam der Audi am Eidgenossen vorbei, musste Kamm jedoch wieder lassen. Kurz vor dem Abbruch spielte der Leon-Pilot seine Qualitäten aus und schnappte sich Schäfer.

Die Division 3 war eine sicherte Beute für Ralf Glatzel (Ford Fiesta ST), der im vergangenen Jahr gemeinsam mit Uwe Alzen den STT Titel einfuhr. In diesem Jahr hat der Schwabe erneut gute Chancen, was er mit seinem fünften Sieg in Folge untermauerte. Dahinter landete Nick Deissler (Ford Fiesta ST) auf der zweiten Position. Beim Kampf um den dritten Platz setzte sich Dominik Gruhn (Ford Fiesta ST) kurz vor Ende gegen Lucas Baude (Mini R50 Cooper S) durch.


Die Zeiten am Sonntagmorgen beim zweiten Qualifying wurden schneller. Erneut holte sich Uwe Alzen nach zwei gefahrenen Runden mit einer Zeit von 1:37,902 Minuten die Pole-Position. Jürgen Alzen und Jürgen Bender werden von den Positionen zwei und drei aus das Rennen aufnehmen. Schnellster Fahrer aus der Division 2 war Nils Bartels (Die Biermacher Racing). Er steht in der sechsten Startreihe. Ralf Glatzle aus der Division 3 geht von Platz 20 aus ins Rennen.


Zum vierten Mal in dieser Saison kraxelte Uwe Alzen nach ganz oben auf das Podium. Vom Start weg setzte sich der Polesitter an die Spitze. Auch nach dem Re-Start behauptete Uwe Alzen seine erste Position. Genauso souverän agierte dahinter Jürgen Alzen, der mit dem spektakulären Ford GT Turbo ebenfalls gleich nach Beendigung der Safety-Car Phase wegzog. Zwar konnte Jürgen Alzen nicht an seinem jüngeren Bruder dran bleiben, nach hinten hatte der Nordschleifenspezialist jedoch ausreichend Luft. Mit fast 19 Sekunden Vorsprung auf Rang drei sah Jürgen Alzen die schwarz-weiß karierte Flagge.

Spannung war dahinter angesagt. Wobei einer der Protagonisten bereits in der ersten Runde im Kiesbett des Motodroms strandete. Stefan Wieninger am Vortag noch Gesamtdritter, hatte dadurch die Safety-Car Phase ausgelöst. Übrig blieben Jürgen Bender und Josef Klüber. Zwischen den beiden GT3-Boliden entbrannte ein enger Positionskampf, wobei Bender die besseren Karten zu haben schien. In der letzten Runde setzte sich Josef Klüber vor die Corvette, die mit Reifenproblemen kaum noch auf dem Kurs zu halten war. Für den Neckarsulmer bedeutete dies, dass er zum ersten Mal nicht auf das Podium in Hockenheim kletterten durfte. Seit 2015 landete Jürgen Bender in jedem Rennen auf dem Hockenheimring auf dem Gesamtpodest. Zumindest rettete Bender den vierten Platz vor Martin Zander ins Ziel.

Der SLS-Pilot lag beim Fallen des schwarz-weiß karierten Tuchs nur noch 1,11 Sekunde zurück. Dahinter setzte sich Ulrich Becker gegen Michael Golz, Uwe Lauer und Berthold Gruhn durch. Erneuter Sieger der Division 2 wurde Nils Bartels, der wie schon am Sonntag in den Top 10 landete. Dahinter landete Thomas König auf dem zweiten Platz in der Division 2. Wie schon im ersten Rennen war der dritte Rang eng umkämpft. Stefan Schäfer verteidigte rundenlang seine Position gegen Edy Kamm. Mit etwas Abstand folgte Max Frederik Gruhn. Die besseren Karten zum Schluss hatte erneut der Eidgenosse. In Runde zehn ging Edy Kamm am Golf vorbei. Die Division 3 ging zum sechsten Mal in dieser Saison an Ralf Glatzel. Dahinter landete Nick Deissler auf Rang zwei. Beim Kampf um den dritten Rang setzte sich Dominik Gruhn gegenüber Lucas Baude durch.

Jürgen Bender: "In der letzten Runde verabschiedete sich einer meiner Hinterreifen. Dadurch war das Auto nicht mehr richtig zu kontrollieren. Es war zwar nicht mehr viel zu fahren, aber ich wollte nichts riskieren.“

Ulrich Becker: "Ich bin total unzufrieden mit diesem Wochenende. Die ganze Zeit hatte ich heftiges Übersteuern. Überhaupt keinen Grip. Das Auto rutsche und brach aus.

Edy Kamm: "Es war wieder ein harter Kampf mit Stefan Schäfer. Er hat die Führung heftig verteidigt. Immer rechts, links, rechts. Dann in der Sachskurve ein klein wenig zu spät. Da konnte ich rein stechen und vorbei gehen. Da muss man aber immer ganz dicht dran sein.“

Stefan Schäfer: "Es war wie gestern wieder ein harter Kampf. Diesmal war es aber noch ein bisschen schwieriger. Die Reifen haben früher angefangen zu schmieren. Ich habe versucht zu pushen, aber Edy hat dann doch eine Lücke gefunden wo ich nicht weit genug zugemacht habe. Es war ein spannendes Duell, hart aber fair. Genau so soll es auch sein."

Nick Deissler: "Gestern hatten wir noch ein paar kleine Probleme. Heute ist alles gut gelaufen. Wir sind bis auf ein Auto von der BOP alle gleich, da kann man vergleichen. Mit Platz zwei bin ich zufrieden. Es war ein super Wochenende für uns.“