Doppel-Sieg für Uwe Alzen

Für die Protagonisten der Spezial Tourenwagen Trophy standen im Rahmen des ADAC Racing Weekends die Läufe zwei und drei im niederländischen Assen vom 27. bis 29 August auf dem Programm. Die beiden Rennen vom 30. Juli bis 01. August wurden durch die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal auf dem Nürburgring abgesagt. Gefahren wird auf dem 4,542 Kilometer langen Circuit TT Assen. Dieser beinhaltet 6 rechts und elf Linkskurven. Als Gesamtführender reist hier Jürgen Bender aus der Division 1 mit 41,6 Punkten an, gefolgt von Ralf Glatzel mit 40,7 aus der Division 3 und Max Frederik Gruhn mit 38,2 Punkten aus der Divison 2.


 

22 Piloten nahmen am Freitagvormittag ihr freies Training bei kühlem Wetter unter die Räder. Da es immer wieder geregnet hatte, war die Strecke teilweise noch feucht. Als Schnellster war hier Uwe Alzen (HR Spezialfedern GmbH Co.KG) aus der Division 1 mit seinem Audi R8 GT3 Evo nach acht gefahrenen Runden mit einer Zeit von 1:44,122 Minuten unterwegs. Hinter ihm lagen Ulrich Becker und Henk Thuis. Der Tabellenführer Jürgen Bender musste sich zunächst mit Rang sechs zufrieden geben. Aus der Division 2 hatte sich als bester Pilot Thomas König (Twin Busch by equipe vitesse) auf Rang neun erwiesen. Kevin Landwehr und Stefan Schäfer zwei weitere Fahrer aus dieser Division nahmen die Ränge zwölf und dreizehn im Gesamt ein. Direkt dahinter lag der Schnellste aus der Division drei Ralf Glatzel. Johannes Kreuer vom AMC Duisburg konnte sich auf Platz 17 platzieren.


Ernst wurde es dann am Freitag um 12.50 Uhr, denn nun mussten die Protagonisten ihre Startaufstellung für das Rennen am Samstag ausfahren. Die Zeiten gegenüber dem freien Training wurden schneller. Hier war im nach hinein Uwe Alzen das Maß der Dinge, denn er hatte sich schon nach kurzer Zeit mit einer Zeit von 1.36,833 Minuten auf die Pole-Position gefahren. In der Schlussphase konnte Jürgen Bender noch eins drauf legen und setzte sich mit 1:36,615 Minuten auf Startplatz eins. Bei noch sechs Minuten zu fahrender Zeit war diese Zeit bereits Geschichte, denn Uwe Alzen wurde nun Runde um Runde immer schneller. Er hatte dann eine Zeit von 1:34,706 Minuten in den Asphalt gebannt. Mit dieser Zeit hatte er sich dann am Ende die Pole-Position geholt, gefolgt von Jürgen Bender und seinem Bruder Jürgen Alzen. Der beste aus der Division 2 Kevin Landwehr steht in der sechsten Startreihe. Ralf Glatzel war erneut der schnellste Fahrer aus der Division 3 und nimmt das Rennen von Position 16 aus auf. Zwei Ränge hinter ihm geht Johannes Kreuer ins Rennen.


Das zweite Zeittraining, in dem die Fahrer ihre Startaufstellung für den sonntägigen Lauf ausfahren mussten, wurde am Freitagnachmittag abgehalten. Erneut konnte sich Uwe Alzen gegenüber seiner Konkurrenz durchsetzen. Er hatte nach drei Runden die schnellste Zeit gefahren und zwar holte er sich mit 1:36,975 Minuten die zweite Pole-Position an diesem Wochenende. Er hatte die Zeit noh auf trockener Strecke gefahren. Danach fing es wieder einmal an zu regnen. Hinter ihm werden Henk Thuis und Ulrich Becker ins Rennen gehen. Jürgen Alzen steht diesmal in der dritten Startreihe. Als bester aus der Division 2 nimmt Thomas König das Rennen von Position sechs aus auf. Ralf Glatzel aus der Division drei war der Schnellste und steht in der fünften Startreihe. Johannes Kreuer startet von Rag dreizehn.


Der fliegende Start am Samstagvormittag funktionierte nach der Einführungsrunde ohne Probleme und der Pole-Setter konnte seine Position verteidigen. Die ersten beiden konnten sich bereits in der ersten Runde etwas vom übrigen Feld absetzen. Jürgen Bender auf Rang zwei versuchte das Tempo von Uwe Alzen mitzugehen. Ulrich Becker auf Rang vier versuchte unterdessen Henk Thuis zu attackieren und da dieser einen kleinen Fehler machte, konnte Ulrich Becker vorbeiziehen. Johannes Kreuer war auf Rang 15 unterwegs. Thomas König auf Rang zehn war der schnellste Fahrer aus der Division 2. Auf Platz vierzehn war der beste Division Pilot Ralf Glatzel unterwegs. Einen harten Kampf lieferten sich Stefan Wieninger und Josef Klüber. Hier ging es um Rang fünf. An der Spitze war Uwe Alzen bereits mit über zehn Sekunden auf und davon gefahren.

Rundenlang versuchte Henk Thuis an Ulrich Becker vorbeizugehen. Da diese beiden sich immer wieder behackten, konnte sich Stefan Wieninger, der zuvor Josef Klüber niedergerungen hatte, an das vor ihm kämpfende Duo heran arbeiten. Im Verlauf der sechsten Runde hatte Ulrich Becker einen Fehler gemacht, er war zu weit aus gekommen und sofort konnten Henk Thuis und Stefan Wieninger an ihm vorbeigehen. Damit hatte er zwei Plätze eingebüßt und war nur noch auf Rang fünf unterwegs. Ralf Glatzel und Johannes Kreuer hatten jeweils einen Platz verloren und lagen jetzt auf den Rängen 15 und 16. Im gesamten Feld wurde hart um jede Position gekämpft. Stefan Schäfer aus der Division 2 hatte Kevin Landwehr nicht mehr halten können und musste diesen ziehen lassen. Er lag damit nun auf Platz dreizehn. Nach hinten hatte er genug Luft.

Runde um Runde konnte sich der Pole-Setter immer weiter vom Feld absetzen. Bei noch vierzehn Minuten zu fahrender Zeit war sein Vorsprung auf über 32 Sekunden angewachsen. Einen Rang gut machen konnte Thomas König, er war auf Platz neun vorgefahren und hatte Jörg Lorenz niedergerungen. In der Schlussphase war Stefan Wieninger mit aufgeblendeten Scheinwerfern unterwegs. Die Überrundungen gingen für Uwe Alzen ohne Probleme von statten. Stefan Schäfer war nach zwölf Runden mit technischen Problemen in die Box gekommen. Henk Thuis auf Rang drei hatte sich zwischenzeitlich wieder gegenüber seinem Verfolger Stefan Wieninger Luft verschaffen können. Der Tabellenführer Jürgen Bender auf Rang zwei fuhr mit einem Vorsprung von über sechs Sekunden vor Henk Thuis. Ulrich Becker auf Platz fünf hatte ebenfalls nach vorne und hinten genug Luft. Nach 19 Runden holte sich Uwe Alzen einen Start-Ziel Sieg mit einem Vorsprung von über 50 Sekunden, gefolgt von Jürgen Bender und Henk Thuis. In der Division 2 gewann Max Gruhn. Er kam auf Rang zehn ins Ziel. Vier Plätze dahinter wurde Ralf Glatzel als bester aus der Division 3 abgewunken. Johannes Kreuer sah die Zielflagge auf Platz 15.

Uwe Alzen (Division 1): „Das war ein klarer und souveräner Sieg. Das Auto ist super vorbereitet und es funktioniert auch alles sehr gut. Wir geben weiter Vollgas und streben weiterhin die Titelverteidigung an.“

Jürgen Bender (Division 1): „Mit dem Auto kommen wir gut voran. Ich hatte im Rennen viel Verkehr und passte auf, dass dem Auto nichts passiert. Ich hätte noch etwas Luft gehabt. Aber nach vorne war der Zug abgefahren und nach hinten habe ich niemanden gesehen, der näher kam. Im Prinzip habe ich meine Reifen verwaltet.“

Henk Thuis (Division 1): „Es ist wirklich sehr schön wieder auf dem Podium zu stehen und das mit Uwe Alzen. Im Rennen ist alles sehr gut gegangen. Das Auto war perfekt. Ich hatte keine neuen Reifen aufgezogen. Bis auf die letzte Runde ist das super aufgegangen.“

Max Gruhn (Division 2): „Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen hier in Assen. Die Mitkonkurrenten waren fair wie immer. Es war sehr spannend mit BMW und Golf GTI als Gegner. Am Schluss hatte ich gesehen, dass der BMW hinter mir war. Da habe ich nochmals gepusht und bin eine 1:49er Runden gefahren.


Das zweite Rennen an diesem Wochenende fand am Sonntagmittag bei feuchter Strecke statt. Auch dieser fliegende Start funktionierte ohne weiteres und Uwe Alzen konnte erneut als Erster in die erste Kurve gehen und setzte sich bereits wieder etwas ab. Doch Henk Thuis und Ulrich Becker versuchten das Tempo mitzugehen. Im gesamten Feld wurden bereits harte Zweikämpfe ausgetragen. Jürgen Bender hatte in der zweiten Runde Probleme und stand neben der Strecke. Er konnte seine Fahrt wieder aufnehmen, musste aber dem Feld hinterher eilen. Der Niederländer auf Rang zwei fahrend, musste bereits absolute Kampflinie fahren, denn der Druck von Ulrich Becker wurde immer größer. Von alledem bekam Uwe Alzen nichts mit, denn er war nach der ersten Runde bereits wieder mit 4,560 Sekunden auf und davon gefahren.

Max Gruhn auf Rang sechs war der schnellste Fahrer aus der Division 2. Ralf Glatzel aus der Division 3 befand sich auf Rang neun. Ulrich Becker hatte in der dritten Runde kurzen Prozess mit Henk Thuis gemacht und war vorbeigegangen. Johannes Kreuer war auf Platz dreizehn unterwegs. Er wurde dann aber von Berthold Gruhn attackiert. Runde um Runde setzte sich der Pole-Setter immer mehr ab. Stefan Wieninger auf Rang vier versuchte sich an das kämpfende Duo vor ihm heran zu arbeiten. Ulrich Becker hatte in der fünften Runde zu viel riskiert. Er kam zu weit raus und sofort konnte Henk Thuis an ihm vorbeigehen. Der Niederländer konnte sich nun auch etwas absetzen. Aber Ulrich Becker gab so leicht nicht auf und war wenig später wieder im Windschatten dran. Zu dieser Zeit standen dann auch die Überrundungen aus den kleineren Klassen an.

Zwischenzeitlich war Thomas König auf Rang sieben der schnellste Fahrer aus der Division 2. Max Gruhn war bis auf Rang neun zurück gefallen. Ralf Glatzel hatte auch drei Plätze eingebüßt. Johannes Kreuer auf Platz 15 hatte nach vorne und hinten genug Luft. Rundenlang versuchte Ulrich Becker den Pumaxs RT-Piloten niederzuringen, doch dieser schlug ihm jedes Mal die Türe vor der Nase zu. Da in der neunten Runde Ulrich Becker bei den Überrundungen etwas aufgehalten wurde, konnte Stefan Wieninger sich in den Windschatten fahren. Henk Thuis auf Platz zwei hatte sich einen Vorsprung von 1,177 Sekunden herausgefahren. Doch dieser Vorsprung war nach zehn Runden geschrumpft, denn Ulrich Becker rund Stefan Wieninger waren dran. Zur gleichen Zeit kam das Safety Car heraus.

Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr wurde hinaus geschickt. Zu dieser Zeit hatte Uwe Alzen an der Spitze sich einen Vorsprung von 38,346 Sekunden herausgefahren. Im nach hinein musste ein kleiner Brand in einem Gebäude neben der Strecke gelöscht werden. Jürgen Bender konnte sich bis dahin bereits wieder auf Platz 15 nach vorne fahren. Die Rennzeit lief weiter runter. Das Rennen wurde dann hinter dem Safety Car beendet. Uwe Alzen wurde wieder als Erster abgewunken. Henk Thuis der eigentlich Zweiter geworden wäre, erhielt im nach hinein noch eine Durchfahrtsstrafe, die in eine Zeitstrafe umgewandelt wurde. Er hatte ein Vergehen unter gelb begangen. Somit sahen Ulrich Becker und Stefan Wieninger auf Platz zwei und drei das Ziel.

Henk Thuis musste sich mit Rang sieben zufrieden geben. Der beste aus der Division 2 war Thomas König auf Rang fünf. Ralf Glatzel aus der Division 3 beendete das Rennen auf Platz vierzehn. Direkt hinter ihm wurde der Tabellenführer abgewunken. Johannes Kreuer überquerte die Ziellinie als Sechzehnter. Bei ihm bauten während des Rennens die Regenreifen ab.

In der Meisterschaft führt Ralf Glatzel aus der Division 3 mit 81,3 Punkten vor Max Frederik Gruhn und Stefan Schäfer, beide aus der Division 2 mit 76,6 und 72,2 Punkten. Uwe Alzen und Ulrich Becker aus der Division 1 liegen mit 71,0 und 69,0 Zähler auf Rang vier und fünf.

Ulrich Becker (Division 1): „Wenn Henk Thuis vorne ist, ist es immer schwierig an ihm vorbei zu kommen. Die Leistung fehlt mir da ganz einfach. Ich war vorbei, dann hatte ich mich jedoch verbremst und er konnte wieder vorbei. Dass es jetzt zu zwei gereicht hat, ist seine eigene Schuld mit der Drive Through.“

Stefan Wieninger (Division 1): „Ich hatte mich zuerst für Slicks entschieden. Doch dann haben wir die sichere Variante gewählt, was letztendlich die richtige Entscheidung war. Ich musste aufgrund des Qualifyings von ganz hinten starten. Deswegen war auch die Entscheidung für Regenreifen schon besser. Das Auto war gut abgestimmt und ich konnte gut durchs Feld kommen und näher an meine Konkurrenten.“

Thomas König (Division 2): Das Rennen war anspruchsvoll. Man musste sehr darauf achten keinen Fehler zu machen. Es war schon rutschig. Es waren ein paar mit Slicks unterwegs, da musste man auch aufpassen. Die Verhältnisse auf der Strecke blieben bis zum Safety Car ähnlich, so dass die Regenreifen bei mir die richtige Wahl waren. Alles in allem ist es gut gelaufen und ich bin sehr zufrieden.“

Ralf Glatzel (Division 3): „Ich muss sagen, es war relativ entspannt. Ich wusste, dass wir gut dabei sind, rechnete aber damit, dass zum Beispiel Nick Deissler schon näher rankommt und ich mehr kämpfen muss. Von daher war es für mich ein entspanntes Rennen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, habe zwei Klassensiege und gut gepunktet.“